Dritte Orte – Innovationsräume kirchlichen Lebens

Seit 2020 gibt es die Förderung Dritter Orte in der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Jeweils zum 1. April und zum 1. September können Akteur:innen sich mit ihren Ideen bewerben und eine Förderung bis zu 100.000 Euro für ihr Projekt beantragen. Bisher wurden 18 Dritte Orte durch die Projektmittel gefördert.

Dritte Orte sind Kirche, aber anders.

Dritte Orte liegen quer zu Formen von Gemeinde – oft sind sie sogar institutionskritisch. Dritte Orte sind eine agile und fluide Form geistlicher Bewegung. Es sind Innovationsräume kirchlichen Lebens, die probehalber Antworten auf Herausforderungen bei der Erfüllung des kirchlichen Auftrags entwickeln. Dabei lernen sie von Kritik und aus Niederlagen. Dritte Orte kooperieren mit ihrem Umfeld und haben eine konkrete Zielgruppe. Bezogen auf einen ganz bestimmten Kontext entwickeln sie innovative Konzepte.

Kriterien für Dritte Orte

  • Dritte Orte sind Kirche, aber anders. Sie sind agil, fluide und gut vernetzt. Sie versprühen Spiritualität und ziehen an – Menschen aus Nachbarschaft, Kiez, Dorf, mit denen sie sich verbinden und gemeinsam weiter wachsen. Die Liebe zur Sache ist ihre Basis, unabhängige Motivation ihr Motor und eine klare Vision ihr Ziel.
  • Mit Dritten Orten werden Angebote bezeichnet, die die kirchliche Arbeit an ersten Orten (Kirchengemeinde als parochialer Verbund) und zweiten Orten (Einrichtungen, Werke, funktionale Dienste) ergänzen.
  • Dritte Orte reagieren auf konkrete Bedürfnisse von Menschen, die sich religiös orientieren wollen oder religiös sind.
  • Dritte Orte sind risiko- und experimentierfreudig.
  • Dritte Orte sind konkret lokalisierbar, auch digital.
  • Dritte Orte etablieren eine eigene Struktur des Bestehens. Sie erschließen sich von Anfang an eigene Finanzquellen.
  • Dritte Orte sind verbindlich kooperativ.
  • Dritte Orte entsprechen den Werten der Grundordnung der EKBO.

Als erste Orte versteht man die Kirchengemeinde am Ort, dort wo man wohnt und ein paar Kilometer weiter die Nachbarkirchengemeinde. Diese Art von Gemeinde bestimmte bisher unsere kirchliche Organisationsstruktur und -kultur. Wo Gemeinde in funktionalen Zusammenhängen, in Einrichtungen, Werken, offenen Bildungsprozessen, medialen Zusammenhängen funktioniert, spricht man von zweiten Orten.

Erste, zweite und dritte Orte leben in gegenseitiger Wertschätzung und in wechselseitiger Ergänzung. Zwischen ihnen herrscht eine anregende Kommunikation, Austausch und ein befruchtendes Mit- und Nebeneinander.

Historie der Förderung Dritter Orte in der EKBO

Seit 2020 gibt es das Verfahren zur Förderung Dritter Orte. Jeweils zum 1. April und 1. September ist Bewerbungsschluss. Die Mittel für die Dritten Orte kommen aus dem Innovations-/Projektfonds. Der Förderung liegen mehrere Beschlüsse verschiedener Gremien zugrunde. Im Folgenden haben wir die Beschlussabfolge zusammengestellt: weiterlesen


Ansprechpersonen

Arlett Rumpff, Referentin für Innovation, Kommunikation und Projektmanagement in der EKBO
+49 30 3191 421|+49 151 2750 0607|a.rumpff@akd-ekbo.de

Verena Kühne, Referentin für Innovation, Kommunikation und Projektmanagement in der EKBO
+49 30 3191 421|+49 151 4383 8719|v.kuehne@akd-ekbo.de