Ehrenamt in der EKBO

Ehrenamtliches Engagement findet sich in allen Bereichen der Kirche in Gemeinden und in anderen kirchlichen Körperschaften, Einrichtungen und Werken sowie in den Mitgliedseinrichtungen und Projekten des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO).

Die Kirche lebt allein durch die Menschen, die bereit sind, „die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk“ (Barmer Theologische Erklärung, 6. These). Zu allen Zeiten setzte die große Mehrheit von ihnen ihre Arbeitszeit und -kraft, ihre Fähigkeiten und Ideen für den Sendungsauftrag der Kirche ein, ohne dafür bezahlt zu werden. Die Arbeit der Kirche ist ohne ehrenamtliches Engagement nicht denkbar.


Ehrenamt in Zeiten von Corona

Was Ehrenamtliche tun können

Seit der Verordnung vom 22.03.2020 gilt ein Kontaktverbot für mehr als 2 Personen. Was bedeutet dies für das Ehrenamt?
Ausdrücklich ist in der Berliner Verordnung das Ehrenamt als erlaubter Grund genannt, sich aus seiner Wohnung zu entfernen.
(3) Gründe im Sinne des Absatzes 2 sind insbesondere:
a) die Ausübung beruflicher, mandatsbezogener oder ehrenamtlicher Tätigkeiten, auch an wechselnden Einsatzstellen

Jetzt ist die Frage: Was können Ehrenamtliche und Kirchengemeinden tun um zu helfen und dabei das Kontaktverbot trotzdem strikt einhalten?

Gute Beispiele für ein weiterhin aktives und zugewandtes Gemeindeleben hat die EKBO bereits zusammengestellt. Hier finden sich Andachten für Zuhause ebenso wie Unterstützungsvorschläge.

Die Freiwilligenagentur Charisma bietet Ehrenamtlichen und Einrichtungen / Kirchengemeinden in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz die Möglichkeit, sich für ein Wunsch-Engagement einzutragen oder auch aktualisierte Engagementmöglichkeiten und Nachbarschaftshilfe in Zeiten von Corona anzubieten.

Warum Ehrenamt gerade jetzt so wichtig ist

Einsamkeit

Viele Menschen leiden bereits unter Einsamkeit oder werden in künftigen Quarantäne-Situationen davon betroffen sein. Ein aktueller Artikel des Freitag beschreibt die vielen Dimensionen von Einsamkeit und auch die Telefonseelsorge fasst zusammen, dass Einsamkeit die größte Sorge in der Coronakrise ist.
Überlegen Sie sich für Ihre Gemeinde Möglichkeiten, wie Sie Austauschmöglichkeiten über das Telefon, Videochat oder den Gartenzaun anbieten und möglich machen. Denken Sie auch an Wege, wie Sie Risikogruppen in digitale oder elektronische Kommunikation einbinden können.

Unterstützungsbedürftige Personen

Unterstützen Sie Menschen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, Risikopatent*innen und Alleinerziehende, in dem Sie Ihnen zum Beispiel Einkäufe abnehmen oder Ihren Garten zur Erholung zur Verfügung stellen. Melden Sie sich bei der Freiwilligenagentur Charisma, wenn Sie sich engagieren wollen, Hilfe benötigen oder Nachbarschaftshilfe leisten wollen.

Tatenlosigkeit

Viele Menschen sitzen nun zu Hause und können entweder nicht arbeiten oder müssen auf sich achten. In Anbetracht von stark zunehmenden Quarantäne-Situationen ist es wichtig, mit welcher Haltung jemand diese Phase der Abgeschlossenheit beginnt. In dem man etwa lange Aufgeschobenes erledigt oder durch Engagement etwas Nützliches tut, erfährt man Selbstwirksamkeit.
Was könnte für Ihre Gemeinde oder Einrichtung jetzt hilfreich sein? Wo fehlt es, was kann getan werden, vielleicht auch von zu Hause aus oder allein?
Recherchieren Sie zum Beispiel, wo es Engagementmöglichkeiten gibt, die digital von zu Hause erledigt werden und für Ihre Gemeinde oder Einrichtung nützlich sein könnten (auch jenseits der Corona-Herausforderung, wie z. B. virtuelle Angebote, Austauschmöglichkeiten, gestalterische Tätigkeiten, Verbesserung von Social-Media Auftritten etc.).

Seelsorgebedarf

Zurzeit ist körperliche Nähe und direkter Kontakt zwischen Menschen nicht ratsam. Die geistlichen Kraftorte verlagern sich in Rundfunk und Internet, in Chats und Telefonseelsorge. Und Angebote zu schaffen. Auch die EKBO ist eine Kirche im digitalen Raum.  Auf kirchevonzuhause.de und in den sozialen Netzwerken – #kirchevonzuhause – sind einige Möglichkeiten zu finden, und es werden immer mehr. Hier finden Sie aktuelle Gebete.
Die EKBO sammelt unter #wirsindda kreative Angebote und auch Sorgen, Wünsche und Anregungen und auf dieser Seite gute Beispiele für digitales Gemeindeleben. Nehmen Sie teil!
 
Die EKBO hat ein neues Corona-Seelsorgetelefon eingerichtet. Unter 030 403 665 885 sind täglich von 8 bis 18 Uhr anonym und kostenfrei professionell ausgebildeten Seelsorger*innen für Sie da!

#wirsindda in den Kirchenkreisen der EKBO

Ein paar Beispiele, welche kreativen Ideen Gemeinden aus der EKBO gefunden haben, um das Gemeindeleben aufrecht zu halten, sich zu engagieren und Zuspruch zu spenden, finden Sie hier im Folgenden.

In der Kirchengemeinde Nieder Neuendorf in Hennigsdorf bekommen alle Kirchenmitglieder 65+ einen Brief von der Gemeinde mit Samentütchen dazu. Für die Familien der Gemeinde wurden am Carport kleine Tüten aufgehängt mit Ermutigung, Überraschungen etc. Ehrenamtliche werden aktiviert, um Briefe und Anrufe per Mail und Telefon zu beantworten oder weiter zu leiten, und ermutigende Worte und Bilder werden in die Schaukästen gehängt.



Die Gemeindejugend in der Teestube Frohnau hat auf eigene Initiative einen Lieferservice für Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs ins Leben gerufen. Für alle, die nicht mehr aus dem Haus dürfen, und für Menschen die mehr noch als andere Angst haben müssen vor Ansteckung, weil sie wegen Alter oder Krankheit zu einer Risikogruppe gehören.

Digitale Krabbelgottesdienste finden in Prenzlauer Berg Nord statt.

In Angermünde findet die tägliche Angermünder Nachtmusik zum Mitsingen vom geöffneten Fenster oder Balkon statt.

Der Jugendladen in Bad Belzig veranstaltet seine Treffen online. Die Jugendlichen haben online zusammen Spiele gespielt, es wurde miteinander gequatscht und gegen Abend auch gemeinsam gegessen.

Die Kirchengemeinde Halensee hat eine Plattform für Nachbarschaftshilfe eingerichtet. Dort können sich Menschen melden, die gerade Unterstützung bei Einkäufen oder anderen Wegen benötigen, weil sie nicht mehr gut zu Fuß oder gar in Quarantäne sind. Diejenigen, die Unterstützung anbieten möchten, können sich in eine Helferliste eintragen lassen. 


Die evangelische Kirchengemeinde in Luckau organisiert Nachbarschaftshilfe. Wenn Menschen Hilfe benötigen, können sie sich an die Kirchengemeinde unter der Telefonnummer 03544 2339 wenden. Andererseits werden auch Menschen gesucht, die bereit sind, zu helfen. Vor der Kirche steht ein Kreuz mit Bibelversen, welche Trost und Zuversicht vermitteln. So kann auch über den Tag jeder für ein kurzes Gebet innehalten.

Im Kirchenkreis Cottbus gibt es (unter anderem) eine „Simple Kampagne gegen Angst“ und einen Tipp zum Bau eines Hör-Memorys.

Der Kirchenkreis Falkensee macht auf die Aktion „fairsorgung“ des Weltladen Dachverbandes aufmerksam. Durch online-Käufe dort erhalten die momentan geschlossenen Weltläden eine Umsatzbeteiligung.

Der Kirchenkreis Reinickendorf empfiehlt: Abstand halten und zusammenrücken: Rufen Sie jeden Tag zwei Menschen an und fragen Sie, wie es ihnen geht. Einen Menschen, den sie gernhaben. Und einen, den Sie „nur“ kennen und der vielleicht gar nicht mit Ihrem Anruf rechnet. Eine freundliche Stimme, eine persönliche Frage können einen ganzen Tag in ein anderes Licht tauchen, Hoffnung geben, das Alleinsein erträglich machen. 


Der Kirchenkreis Oberes Havelland lädt Kinder ein, sich an einer Ausstellung „Grüße von zu Hause“ zu beteiligen.

Der Kirchenkreis Oderland-Spree fragt „Wie können wir Gemeinde leben ohne regelmäßige Treffen?“ und stellt fest: Es ist gut zu hören, wie die Christinnen und Christen in ihren Orten miteinander vernetzt sind. Wir wollen in dieser Zeit besonders aufeinander achten und kreative neue Wege des Miteinanders finden.

Im Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg sind die Mitarbeiterinnen des Geistlichen Zentrums für Demenz und deren Angehörige weiterhin da und stehen telefonisch für Beratungen zur Verfügung.

Angebote in den Kirchenkreisen

In allen Kirchenkreisen gibt es offene Kirchen, Angebote für virtuelle Gottesdienste und seelsorgerliche Unterstützung vor Ort und natürlich weitere tolle Beispiele für lebendiges und solidarisches Gemeindeleben in Zeiten von Corona. Informieren Sie sich hierzu direkt über Ihre Gemeindeseite oder die Website des Kirchenkreises.


Ansprechpartnerin

Dr. Christiane Metzner, Studienleiterin für Ehrenamt
Telefon +49 30 3191-288 | ehrenamt@akd-ekbo.de