Häufig Betroffene, selten Täterinnen? Frauen und Rechtsextremismus

Am zehnten Jahrestag der Selbstenttarnung der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) diskutierten am 4. November 120 Frauen online über „Antifeminismus und die extreme Rechte“. Die Rechtsextremismus-Forscherin Heike Radvan von der Brandenburgisch-Technischen Universität in Cottbus ging der Frage nach, warum Frauen häufig nicht als rechtsextreme Täterinnen erkannt werden, wie es bei der NSU-Mittäterin Beate Zschäpe der Fall war. Mit Claudia von Gélieu (Mitinitiatorin von Rudow empört sich) sprachen wir darüber, wie sie damit umgeht, dass sie Betroffene eines rechtsterroristischen Anschlags wurde und was das für ihr gesellschaftspolitisches Engagement bedeutet.

Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen diskutierten die Referentinnen außerdem, inwieweit Feminist*innen Angriffsziele von extremen Rechten sind und weshalb extrem rechte Ideologien zugleich attraktiv für Frauen sein können.

Die Veranstaltung in der Reihe „Frauen reden zu Tisch“ wurde organisiert von der Evangelischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kirchliche Dienste der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, dem Aktionsbündnis muslimischer Frauen, dem jüdisch-feministischen Netzwerk Bet Debora und dem Deutschen Muslimischen Zentrum.