Umwelt- und Klimaschutz im Auftrag Gottes

Wenn sich Umwelt- und Klimaschutz mit dem Bekenntnis zu Gott als Schöpferkraft dieser Welt verbinden, bekommen die vielen, oft sehr kleinteiligen, aber auch alle großen, praktischen Maßnahmen für wirksamen Umwelt- und Klimaschutz eine wesentliche Erweiterung und eine neue Tiefe: „Umwelt- und Klimaschutz“ werden zur „Bewahrung der Schöpfung“.

Durch das religiöse Bekenntnis zu Gott als Schöpferkraft, das gleichermaßen Dankbarkeit für die Schöpfung und Lobpreis für den Schöpfer miteinschließt, erhalten die rein praktischen Bemühungen für mehr Umwelt- und Klimaschutz eine weitere Dimension: ein göttliches Fundament. Andere nennen es eine religiöse Rahmung.

Das (christliche) Glaubensbekenntnis, das nicht auf rational-logischen, wissenschaftlichen Begründungen beruht, ist auch ein spiritueller Akt und kann in vielfältiger Weise zum Ausdruck kommen. Im Gottesdienst, in Ritualen wie dem Abendmahl oder einer Meditation, in Gebeten, in der Konzentration auf die Stille oder auf den Atem, in der Musik, im Tanz, im gemeinsamen Singen und Sprechen, in anderen subjektiv-sinnlichen Erlebnissen.

Insbesondere aber die sinnlichen, tiefreichenden Erfahrungen, die im direkten Kontakt mit der Natur, wie einem Wald, einer Wiese, einem Blütenzweig, einem Weiher, einer Landschaft, gemacht werden können, gehören zum weiten Feld der ökologischen Spiritualität. Diese Art spiritueller Erfahrungen binden gläubige Menschen besonders intensiv an Gott, die Schöpferkraft und an die Schöpfung selbst. Auch diese Form des religiösen Bekenntnisses fügt den praktischen Bemühungen zur Bewahrung der Schöpfung oder zum Umwelt- und Klimaschutz einen fundamental wichtigen Aspekt hinzu: Den Glauben daran, dass Gott diese Welt in ihrer ganzen Unermesslichkeit erschaffen hat und sie liebt. Und den Menschen den Auftrag gab, diese Welt mit Gottes Hilfe zu erhalten.

Beate Corbach, Religionswissenschaftlerin und Klimaschutzmanagerin im Umweltbüro der EKBO