Inklusion

Es ist normal, verschieden zu sein

Die Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland ist in leicht verständlicher Sprache mit Hörbuch erschienen.

Über dieses Buch: „Unser Buch heißt: Es ist normal, verschieden zu sein. Wir haben dieses Buch schon im Jahr 2014 geschrieben. Dieses Buch war aber nur in schwerer Sprache. Wir möchten, dass alle Menschen unser Buch verstehen und lesen können. Deswegen gibt es nun das Buch in leicht verständlicher Sprache. Wir sind die Evangelische Kirche in Deutschland. Abgekürzt heißen wir: EKD. Die EKD wird von 15 Frauen und Männern geleitet. Sie entscheiden und beraten die EKD, mit welchen Themen sie sich beschäftigen soll.“

Mit dieser Orientierungshilfe „möchte der Rat … ermutigen, sich in den Diskurs um eine inklusive Weiterentwicklung des Gemeinwesens einzubringen.“ und „Wir haben uns viele Gedanken über neue Wege gemacht. Machen Sie sich gemeinsam mit uns auf den Weg. Wir freuen uns, wenn sie mitmachen!“ (aus dem Vorwort des Vorsitzenden des Rates Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strom).

Sie können das Buch für 10 Euro (plus Portokosten) bestellen bei Ute Lingner.


Berliner Fest der Kirchen am 8. September 2018–
barrierefrei und inklusiv: „Da kann ja jede*r kommen“

Bericht

„Beim nächsten Mal können wir das barrierefreie Angebot noch weiter ausbauen!“ So lautete eine Erkenntnis bei der Auswertung des Festes im Leitungskreis.

Das Berliner Fest der Kirchen hat am Samstag, 8. September 2018 auf dem Alexanderplatz stattgefunden. Es wurde veranstaltet vom Ökumenischen Rat Berlin Brandenburg (ÖRBB). Zur Vorbereitung und Durchführung der barrierefreien Angebote gab es eine vernetzte inklusive Arbeitsgruppe.

Die inklusiven Angebote hatten ein überaus positives Echo. Jeder Gast des Festes konnte üben, den eigenen Namen zu gebärden oder auch Rollstuhl-Basketball zu spielen. Diese Angebote waren für viele eine völlig neue Erfahrung.

Die Sportgemeinschaft Handicap Berlin e. V. trainiert in Charlottenburg Rolli-Basketball. Mit ihnen zusammen wurde das inklusive Basketballspiel angeboten. Wer wollte, konnte einfach mitspielen. Es standen Sportrollstühle zur Verfügung. Beim Spiel waren die Grenzen zwischen Sportler*innen mit Handicap und Sportler*innen auf zwei Beinen im Rollstuhl aufgehoben. Alle hatten Spaß. Auch die Zuschauenden.

Eine Besucherin sagte nach der Selbsterfahrung mit einer Simulations-Brille: „Wenn es mir nicht gut geht, setze ich so eine Brille auf. Nach dem Absetzen dieser Brille weiß ich wieder, wie gut es mir doch geht.“ Diese Brillen konnten am Informations- und Servicestand ausprobiert werden. Die Besucherin erzählte von einer Erfahrung in ihrer Gemeinde. Dort werden Liedblätter häufig zu klein gedruckt und sind für viele kaum lesbar. Im Gespräch wurde die Idee entwickelt, dem verantwortlichen Mitarbeiter eine Simulations-Brille zur Selbsterfahrung mitzunehmen. Sicher ein schönes Beispiel für weitere Gemeinden …

Mitarbeiter*innen des Pastor-Braune-Hauses boten eine Kreativ-Aktion an. Mit Farben und Glitzer konnte jede*r ein Papier gestalten, das dann laminiert wurde. So entstanden prächtige, bunte, zauberhafte Kunstwerke, die von den Künstler*innen mitgenommen werden konnten.

Der Service-Stand bot Hörverstärker zum Verleih, Gebärden-Dolmetscherinnen und Begleitdienst zum Gang übers Fest.

„Inklusion ist Begegnung“ sagte Christian Huge im Interview auf der Bühne. Mit seinem E-Rolli kam er über eine Rampe auf die Bühne. Die Rampe war nicht ganz barrierefrei, denn es fehlten die Seitenbegrenzungen. Aber es hat funktioniert. Christian Huge ist als Projektmitarbeiter in der inklusiven Arbeitsgruppe tätig gewesen. „Begegnung kann immer ein Anfang sein.“ Und so sollte auf dem Fest Raum und Gelegenheit zur Begegnung verschiedener Menschen geschaffen werden. Unterschiedliche Herkunft, Prägung, Fähigkeiten, Talente und Ideen können gegenseitig bereichern.

An diesem Tag hätte getreu dem Motto, wirklich „jede*r kommen können“.

Christian Huge, Ute Lingner

Ziel

Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen und Behinderungen, aber auch mit besonderen Begabungen und Fähigkeiten sind beim Berliner Fest der Kirchen aktiv mit dabei. Sie erleben sich selbst als Bereicherung des Festes, und werden von anderen als Bereicherung erlebt.

Was wir planen: Beim Berliner Fest der Kirchen gibt es ein „Zentrum barrierefrei“ (die Bezeichnung stammt vom Evangelischen Kirchentag 2017 in Berlin):

  • Von Menschen mit und ohne Handicap aktiv gestaltet
  • Erholung, Betreuung, Beratung für Menschen mit Handicap
  • Kreative und informative Angebote zu allen Dimensionen von Barrierefreiheit für alle
  • Treffpunkt für engagierte und interessierte Menschen

Für alle weiteren Programmangebote wollen wir soweit wie möglich erreichen:

  • Die Angebote sind barrierefrei für alle zugänglich.
  • Menschen mit Handicaps werden in die aktive Gestaltung dieser Angebote „auf Augenhöhe“ einbezogen.

Wir brauchen Brückenbauer*innen: Menschen, die das Berliner Fest der Kirchen unter Menschen mit Handicaps bekannt machen und für eine aktive Teilnahme werben. Und die uns mit ihrem Sachverstand bei den jeweiligen Planungen begleiten, damit diese Teilnahme für alle eine gute Erfahrung werden kann. Wir brauchen Mitmacher*innen: Einzelpersonen und Gruppen von Menschen, die bei der Vorbereitung und Durchführung einzelner Angebote und Veranstaltungen mit dabei sind. Wir brauchen Planer_innen, die sich an der Entwicklung und Steuerung des gesamten Projekts beteiligen.

Kontakt

Ute Lingner, Telefon +49 30 3191-286, u.lingner@akd-ekbo.de

Übrigens: Wir hoffen, dass andere von unseren Erfahrungen beim Berliner Fest der Kirchen profitieren (so wie wir mit unserem Projekt an den guten Erfahrungen vom Kirchentag anknüpfen). Deswegen werden wir unser Vorhaben entsprechend auswerten und dokumentieren.


Offen für alle?

Anspruch und Realität einer inklusiven Kirche – EKD-Netzwerktagung Inklusion

Die Kirche steht vor der Aufgabe, Inklusion und Barrierefreiheit klar zu leben. So entspricht es der evangelischen Botschaft von der bedingungslosen Gnade Gottes. Doch lassen sich die Herausforderungen nicht verleugnen, die sich durch die Unterschiedlichkeit der Charismen und Fähigkeiten ergeben.

Inklusion ist ein Querschnittsthema, das die Arbeitsbereiche der verfassten Kirche sowie ihre Beziehungen zur institutionellen Diakonie und zu staatlichen Einrichtungen durchzieht. In vielen (landes)kirchlichen Arbeitsbereichen wird Inklusion aktiv angestrebt und gestärkt. Unsere Tagung will solche bestehenden landeskirchlichen Initiativen und Aktivitäten noch stärker miteinander in Berührung bringen und zur Vernetzung im Raum der EKD einladen. Es handelt sich um eine Veranstaltung für Menschen, die sich – hauptamtlich oder ehrenamtlich – mit dem Thema Inklusion in ihrer Kirche auseinandersetzen.

  • OKRin Dr. Birgit Sendler-Koschel, Leiterin der Bildungsabteilung, Kirchenamt der EKD, Hannover
  • OKR Dr. Ralph Charbonnier, Referent für Sozial- und Gesellschaftspolitische Fragen, Kirchenamt der EKD, Hannover
  • OKR Matthias Otte, Referent für Kirche und Schule, Kirchenamt der EKD, Hannover
  • Pastorin Christiane Galle, Wiss. Mitarbeiterin Bildung Inklusion und Geschäftsstelle Perikopenrevision von EKD, UEK und VELKD, Kirchenamt der EKD, Hannover
  • PD Dr. Eva Harasta, Ev. Akademie zu Berlin

Inklusion in AKD, EKBO und EKD

Das Wort „Inklusion“ wird momentan von vielen Menschen benutzt. Sie wollen damit ausdrücken, dass alle Menschen wichtig sind. Alle Menschen sind wichtig, weil sie alle gleich viel wert sind. Niemand ist besser, weil er mehr kann oder weiß. Im Zusammenleben mit anderen sind wir darauf angewiesen, dass alle Menschen sich mit ihren Stärken einbringen. Inklusion bedeutet, diese Stärken weiter zu stärken. Inklusion bedeutet auch: Dinge, die man nicht so gut kann, stark zu machen.

Das Thema Inklusion hat gerade erst begonnen ein wichtiges Thema für die Arbeit im AKD zu werden.

Es ist noch viel zu tun:

  • Die Gebäude des AKD in Berlin und Brandenburg sind für Menschen mit körperlichen Behinderungen nur schwer zugänglich. Hier muss dringend etwas verändert werden: Fahrstühle, Toiletten, Ausschilderung und anderes müssen eingebaut werden.
  • Auf Veranstaltungen des AKD fehlen meist Gebärdendolmetscher. Besonders bei Gottesdiensten und großen Veranstaltungen ist dies sehr bedauerlich. Gehörlose Menschen können an der Veranstaltung so kaum teilnehmen.
  • Hilfen für die praktische Arbeit in Kirche und Schule müssen erstellt werden.

Schließlich geht es auch darum: Wie wird Inklusion im AKD selbst gelebt? Auch hier gibt es noch viel Nachholbedarf. (Auszug aus: Einblicke und Aussichten – AKD Arbeitsbericht 2013/2014)

ESSAY zum Thema Inklusion als Audio-Beitrag anhören:

Landkarten-Portal EKBO barrierefrei

Wir empfehlen das Portal „EKBO barrierefrei“. Es soll helfen, kirchliche Orte mit besonderen Zugangsmöglichkeiten und Hilfen zu finden. Kirchengemeinden und Einrichtungen sind eingeladen, ihre Gebäude in die virtuelle Landkarte einzutragen.

Miteinander Gemeinde gestalten

Vertreterinnen, Vertreter und Inklusions-Beauftragte der EKD-Landeskirchen treffen sich seit drei Jahren zu einem Netzwerk „Inklusion“. Das AKD ist in Vertretung der EKBO an diesem Netzwerk beteiligt.  Ein sichtbares Ergebnis der Kooperation ist das Plakat „Miteinander – einladende Gemeinde gestalten“. Es ist als Anregung gedacht, ins Gespräch zu kommen, Impulse zu setzen  und Kirchengemeinde inklusiv weiter zu entwickeln. Wer Interesse an dem Plakat hat, kann dieses über Ute Lingner beziehen.“

Orientierungshilfe des Rates der EKD zum Thema Inklusion

Zum Thema Inklusion können Sie hier eine Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland einsehen: „Es ist normal, verschieden zu sein – Inklusion leben in Kirche und Gesellschaft”.


Weitere Empfehlungen zum Thema Inklusion

Vielfalt entdecken – Teilhabe ermöglichen – Inklusion leben

Aktionsplan der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und ihrer Diakonie: “Inklusion ist nicht etwas, was wir als Kirche auch noch machen, sondern was uns ausmacht. Teilhabe ermöglichen für arme, arbeitslose, psychisch kranke und alte Menschen, für Menschen mit Behinderung oder für Flüchtlinge ist ein ureigenes Anliegen von Kirche.” (Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July)

Fragebox: Mehr als Fragen … Inklusion und kirchliche Praxis

„Leben Sie jetzt die Fragen.“ (Rainer Maria Rilke, Brief an einen jungen Dichter) Die Fragenbox ist aus der Arbeit mit der Orientierungshilfe „Da kann ja jede(r) kommen – Inklusion und kirchliche Praxis“ der Rheinischen Landeskirche entstanden. Sie enthält eine Sammlung von 210 Fragen, die auf evangelische Kirchengemeinden und kirchliche Orte zugeschnitten sind. Die Fragen nehmen sehr unterschiedliche Aspekte von Inklusion in den Blick. Sie sollen dabei helfen, viele verschiedene Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und zum Austausch anzuregen. Ziel ist die Bewusstseinsbildung in Bezug auf die eigene Haltung im Umgang mit Vielfalt.Es geht nicht darum den ganzen Katalog der Fragen abzuarbeiten. Wählen Sie Fragen aus, die ihnen hilfreich erscheinen für Ihre Interessen und Schwerpunkte vor Ort.

Inklusion – Thema für evangelische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen?

20160914_Inklusion_EvJA1 (Matthias Spenn)

Kennen Sie schon den InkluMat?

Wir wünschen uns, dass wir Ihre Frage „Wie lässt sich Inklusion in Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit gelingend umsetzen?“ durch die Nutzung des InkluMats beantworten können. Sie sollen hier wertvolle und vor allem praxisnahe Tipps und Informationen sowie passende Handlungsempfehlungen erhalten. Bitte berücksichtigen Sie aber, dass die praktische Umsetzung von Inklusion an ihrem Anfang steht, vielfältig gedacht und als Prozess verstanden werden muss. Dementsprechend verstehen auch wir die Internetplattform „INKLUMAT“ als ein partizipatives und dynamisches Instrument. Das Tool soll die Möglichkeit bieten, aktuelle Beispiele inklusiver Kinder- und Jugendarbeit abzubilden und neue Impulse des bislang noch jungen Themas „Inklusion in der Kinder- und Jugendarbeit“ in Form von praktischen Erfahrungen und theoretischen Bezügen fortlaufend zu implementieren.”

KU-Brief 17 – Wir sind dabei!

Hrsg.: Pädagogisch-Theologisches Institut der Evangelischen Kirche im Rheinland
erarbeitet von: Projektgruppe Integrative KonfirmandInnenarbeit
Zum KU-Brief 17 – Wir sind dabei!


Inklusion und Förderpädagogik

Auch wenn die flächendeckende Einführung der Inklusion in den Berliner und Brandenburger Schulen von Jahr zu Jahr verschoben wird, werden schon seit 2015 über 50 % der Schülerinnen und Schüler an den Grundschulen inklusiv unterrichtet. weiterlesen


Ansprechpartnerin

Ute Lingner, Studienleiterin für Familienbildung
Telefon +49 30 3191-286 | u.lingner@akd-ekbo.de

Sekretariat

Maria-Magdalena Hankewitz, Sekretariat Familienbildung
Telefon +49 30 3191-284 | familienbildung@akd-ekbo.de