Segen2go? – Veränderungen der Ritualkultur als Herausforderung für die kirchliche Praxis

Fortbildung
14
Jan
Fr 14.01.2022 – Sa 15.01.2022Termin merken
Segen2go? – Veränderungen der Ritualkultur als Herausforderung für die kirchliche Praxis
Tom Morel – Unsplash

Beschrei­bung

Segen2go? (ursprünglich geplant vom 15. bis 16.1.2021) wurde coronabedingt in das Jahr 2022 verschoben!

Diese Fortbildung dient dem Austausch von Erfahrungen und will gleichzeitig Impulsgeber für die Weiterentwicklung der eigenen Ritualkultur sein. Dazu dienen neben dem Austausch der Teilnehmer:innen Vorträge und vor allem praxisorientierte Workshops.

Die Veranstaltung beginnt am Freitag, den 14.01.2022 um 11 Uhr mit einem Vortrag von Professor Michael Domsgen mit dem Thema: 

„Es ist verrückt! Veränderungen in der rituellen Jugendkultur und ihre Bedeutung für die kirchliche Jugendarbeit“ 

und endet am Samstag, den 15.01.2022, um 13 Uhr.

Den detaillierten Ablaufplan finden Sie in Kürze hier. 

Übernachtung: Wenn Sie eine Übernachtung benötigen, melden Sie sich bitte selbstständig im Diakonieverein an.

Viola Henning
Leitung Gäste- und Tagungshaus
Tel.: (030) 809 970-469 
Fax: (030) 802 24 52
henning@diakonieverein.de
www.diakonieverein.de

Die rituelle Landschaft differenziert sich – insbesondere bei Jugendlichen – immer mehr aus. Neben den religiösen Ritualen wie Konfirmation, Firmung oder Bar/Bat Mizwa existiert eine wachsende Fülle für die wachsende Zahl derjenigen Jugendlichen, die keiner Religion angehören: Zu Segensfeiern und Jugendweihe  gesellen sich Rituale von Erlebnispädagog:innen (u.a. „Phönixzeit“, „WalkAway“) oder freien Ritualbegleiter:innen sowie eine zunehmend privatisierte Gestaltung dieses Übergangs („Sweet Sixteen“). Traditionen schmelzen ab, bilden sich um. Es lohnt sich, diese Zeichen der Zeit genauer unter die Lupe zu nehmen und nach ihrer Bedeutung für uns als Kirche zu fragen! Diese Fortbildung fokussiert nicht nur auf die Bedeutung des Segens bei kirchlichen Feiern, sondern gibt die Möglichkeit, die unterschiedliche Ritualpraxis durch deren Vertreter:innen vor Ort kennenzulernen und sich im Blick auf die eigene Praxis inspirieren zu lassen. 

Zur Vorstellung ihrer Ritualpraxis wurden angefragt

Jugendweihe Berlin/Brandenburg e.V.  führt seit 1990 die 168-jährige Tradition der Jugendweihe in Deutschland weltanschaulich und parteipolitisch unabhängig fort. Als öffentlich anerkannter Träger der freien Jugendhilfe versteht sich der Verein als Mittler zwischen den Generationen. „In der Zeit des Übergangs vom Kind zum jungen Erwachsenen sind wir Ratgeber und Begleiter für Kinder, Jugendliche und Familien. Unser Ziel ist es, jungen Menschen das Hineinwachsen in die Gesellschaft zu erleichtern. Dabei knüpfen wir an das Bedürfnis vieler Familien an, besondere Ereignisse im Zusammenleben würdig zu feiern. Die Festveranstaltungen zur Jugendweihe mit zeitgemäßen Kulturprogrammen geben dazu Gelegenheit.“

Eine schulbezogende Segensfeier für konfessionslose Jugendliche wird von der Evangelischen Schule in Neuruppin vorgestellt. Dieses Angebot ist in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Kirchenkreis für Schüler:innen der 8. Klasse, die nicht konfirmiert werden wollen, bestimmt. Es ist ein Angebot für Jugendliche in der Phase des Lösens und Veränderns innerhalb der Familie und versucht Lebensfragen mit Glaubensfragen in Beziehung zu setzen und soll ein attraktives Angebot sein, das auch die Familie einbezieht. Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit erhalten, für sich Orientierung, Entscheidungshilfe und einen Halt zu finden. Den Abschluss des Prozesses bildet ein Festgottesdienst mit der Familie, um die Schwelle des Veränderungsprozesses in Familie symbolhaft zu sehen.

Die Phoenixzeit ist ein erlebnispädagogisches Projekt, welches männliche Jugendliche auf dem Weg vom Abschluss der Kindheit ins Erwachsenwerden begleitet. Eine der Besonderheiten der Phoenixzeit ist, dass der familiäre Kontext in diesen Prozess einbezogen ist. Alles begann 2003 mit der Initiative von einigen Potsdamer Vätern und pädagogischen Fachkräften aus dem Umkreis des Vereins MANNE e.V. Potsdam. Sie wollten – angeregt durch eigene Erfahrungen – für ihre Söhne eine längerfristige und nachhaltige Begleitung und Unterstützung ermöglichen und dabei neue Methoden und Formen der Jugendbildungsarbeit entwickeln und ausprobieren.

Drachinzeit: Die Phase des Übergangs von der Kindheit zur Jugend ist ein mächtiger Wandlungsprozess – auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene. Drachinzeit ist ein Angebot für  Mädchen* und ihre Familien den Übergang zu begleiten. Die Drachinzeit gibt es seit dem Jahr 2000. Sie ist aus einer Initiative von Potsdamer Frauen* entstanden, die Mädchen* aus ihrem persönlichen Umfeld und dem der Freien Schule in dieser besonderen Zeit begleiten wollten. Mittlerweile werden ca. 60 Mädchen* und ihre Familien begleitet. 

Als Übergangsritual im Judentum wird Bar- oder Bat Mizwa vorgestellt.  Jüdische Jugendliche und/oder Erwachsene erzählen aus ihrem persönlichen Alltag und berichten über wichtige Lebensereignisse wie z.B. Bar- oder Bat Mizwa. Im Vordergrund steht weniger die Vermittlung von Wissen, sondern der lebendige und unbefangene Austausch. 

Übergangsrituale im Islam: In der islamischen Tradition tritt das Individuum ab einem bestimmten Alter in die religiöse Mündigkeit ein und hat sich ab dann zu verantworten für die eigene religiöse Praxis als auch für die zwischenmenschlichen Beziehungen – ein neuer Lebensabschnitt also. Thematisiert wird mit diesem Lebensabschnitt der Mündigkeit, das Ritual der Beschneidung und das Erlernen des Korans, die ebenso neue Abschnitte einleiten und oft an gewisse Zeremonien gebunden sind. Dies gilt es theologisch wie kulturell näher zu betrachten.

Visionssuche als Teil der Konfi-Arbeit: Nach dem gemeinsamen Start in der nahen Kirche geht es über den Bach für eine mehrstündige Solozeit in den nächtlichen Wald. Zurück in der Kirche teilt jeder seine Geschichte mit der Gruppe, der Leiter würdigt sie dazu mit einem kurzen Spiegel. Wir sehen exemplarisch, wie ein Ritual aus der Visionssuchearbeit mit biblischen Texten des Übergangs und Aufbruchs verknüpft und zu einem integralen Bestandteil der Konfi-Arbeit vor Ort wird.

Ziel­gruppe

Alle Interessierten an dem Thema

Leitung

Dr. Emilia Handke (Nordkirche), Leen Fritz (ELKS), Jeremias Treu (EKBO), Steffen Weusten (EKM)

Ort

Ev. Diakonieverein Berlin-Zehlendorf
Glockenstraße 8
14163 Berlin Karte anzeigen

Kosten

65 € inkl. Verpflegung (ohne Unterkunft) Unterkunft ist im Diakonieverein möglich. Es sind Zimmer reserviert. Bitte selbstständig organisieren!

Kontakt

Amt für kirchliche Dienste (AKD)
Goethestraße 26–30 | 10625 Berlin

Diana Schuster, Sekretariat Konfi-Arbeit
Telefon +49 30 3191 302
d.schuster@akd-ekbo.de

Anmeldung

Segen2go? – Veränderungen der Ritualkultur als Herausforderung für die kirchliche PraxisFr 14.01.2022 – Sa 15.01.2022Um schriftliche Anmeldung wird gebeten bis zum 01.11.2021.







    Ich nehme am Mittag am Samstag teil:

    Ich möchte vegetarisch essen:

    Ich möchte vegan essen:

    Glutenfreie Ernährung notwendig:


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