Segen2go? – Veränderungen der Ritualkultur als Herausforderung für die kirchliche Praxis

15
Jan
Fr 15.01.2021 – Sa 16.01.2021Termin merken

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Typ

Fortbildung

Ziel­gruppe

Alle Interessierten an dem Thema

Kosten

65 € inkl. Verpflegung (ohne Übernachtung)

Ort

Ev. Diakonieverein Berlin-Zehlendorf
Glockenstraße 8
14163 Berlin Karte anzeigen

Beschrei­bung

Diese Tagung dient dem Austausch von Erfahrungen und will gleichzeitig Impulsgeber für die Weiterentwicklung der eigenen Ritualkultur  sein. Dazu dienen neben dem Austausch der Teilnehmer*innen Vorträge und vor allem praxisorientierte Workshops.

Die rituelle Landschaft differenziert sich – insbesondere bei Jugendlichen – immer mehr aus. Neben den religiösen Ritualen wie Konfirmation, Firmung oder Bar/Bat Mitzwa existiert eine wachsende Fülle für die wachsende Zahl derjenigen Jugendlichen, die keiner Religion angehören: Zu Segensfeiern und Jugendweihe  gesellen sich Rituale von Erlebnispädagog*innen (u.a. „Phönixzeit“, „WalkAway“) oder freien Ritualbegleiter*innen sowie eine zunehmend privatisierte Gestaltung dieses Übergangs („Sweet Sixteen“). Traditionen schmelzen ab, bilden sich um. Es lohnt sich, diese Zeichen der Zeit genauer unter die Lupe zu nehmen und nach ihrer Bedeutung für uns als Kirche zu fragen! Diese Tagung fokussiert nicht nur auf die Bedeutung des Segens bei kirchlichen Feiern, sondern gibt die Möglichkeit, die unterschiedliche Ritualpraxis durch deren Vertreter*innen vor Ort kennenzulernen und sich im Blick auf die eigene Praxis inspirieren zu lassen.

Die Teilnahme zugesagt haben:

Jugendweihe Berlin Brandenburg e.V. Er führt seit 1990  der gemeinnützige Jugendweihe Berlin/Brandenburg e.V. die 168-jährige Tradition der Jugendweihe in Deutschland weltanschaulich und parteipolitisch unabhängig fort. Als öffentlich anerkannter Träger der freien Jugendhilfe versteht sich der Verein als Mittler zwischen den Generationen. „In der Zeit des Übergangs vom Kind zum jungen Erwachsenen sind wir Ratgeber und Begleiter für Kinder, Jugendliche und Familien. Unser Ziel ist es, jungen Menschen das Hineinwachsen in die Gesellschaft zu erleichtern. Dabei knüpfen wir an das Bedürfnis vieler Familien an, besondere Ereignisse im Zusammenleben würdig zu feiern. Die Festveranstaltungen zur Jugendweihe mit zeitgemäßen Kulturprogrammen geben dazu Gelegenheit.“

Als Beispiel einer schulübergreifenden Segensfeier für konfessionslose Jugendliche wird das Angebot der Lebenswende aus Halle/Saale vorgestellt. Als ein offenes Angebot für Jugendliche der 8. Klasse bieten die katholische und evangelische Kirche in Halle jungen Menschen mit der Feier zur Lebenswende sowohl den Raum für Begegnung und Gespräche als auch die abschließende Feier zum Übergang von der Kindheit zur Jugend. Die Feier zur Lebenswende wird von den Jugendlichen textlich und musikalisch mit gestaltet durch Elemente, die in den Vorbereitungen Bedeutung gewonnen haben – Bilder, Texte, Musik, Symbole und rituelle Handlungen. Es ist eine Feier im Raum der Kirche, bei der den Jugendlichen auch der Segen Gottes zugesprochen wird.

Eine schulbezogende Segensfeier für konfessionslose Jugendliche wird von der Evangelischen Schule in Neuruppin vorgestellt. Dieses Angebot ist in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Kirchenkreis für Schüler*innen der 8. Klasse, die nicht konfirmiert werden wollen, bestimmt. Es ist ein Angebot für Jugendliche in der Phase des Lösens und Veränderns innerhalb der Familie und versucht Lebensfragen mit Glaubensfragen in Beziehung zu setzen und soll ein attraktives Angebot mit Segenszuspruch sein, das auch die Familie einbezieht. Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit erhalten, für sich Orientierung, Entscheidungshilfe und einen Halt zu finden. Den Abschluss des Prozesses bildet ein Festgottesdienst mit der Familie, um die Schwelle des Veränderungsprozesses in Familie symbolhaft zu sehen.

Die Phoenixzeit ist ein erlebnispädagogisches Projekt welches männliche Jugendliche auf dem Weg vom Abschluss der Kindheit ins Erwachsenwerden begleitet. Eine der Besonderheiten der Phoenixzeit ist, dass der familiäre Kontext in diesen Prozess einbezogen ist. Alles begann 2003 mit der Initiative von einigen Potsdamer Vätern und pädagogischen Fachkräften aus dem Umkreis des Vereins MANNE e.V. Potsdam. Sie wollten – angeregt durch eigene Erfahrungen – für ihre Söhne eine längerfristige und nachhaltige Begleitung und Unterstützung ermöglichen und dabei neue Methoden und Formen der Jugendbildungsarbeit entwickeln und ausprobieren.

Drachinzeit: Die Phase des Übergangs von der Kindheit zur Jugend ist ein mächtiger Wandlungsprozess – auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene. Drachinzeit ist ein Angebot für  Mädchen* und ihre Familien den Übergang zu begleiten. Die Drachinzeit gibt es seit dem Jahr 2000. Sie ist aus einer Initiative von Potsdamer Frauen* entstanden, die Mädchen* aus ihrem persönlichen Umfeld und dem der Freien Schule in dieser besonderen Zeit begleiten wollten. Mittlerweile werden ca. 60 Mädchen* und ihre Familien begleitet. 

Als Übergangsritual im Judentum wird Bar- oder Bat Mizwa vorgestellt.  Jüdische Jugendliche und/oder Erwachsene erzählen aus ihrem persönlichen Alltag und berichten über wichtige Lebensereignisse wie z.B. Bar- oder Bat Mizwa. Im Vordergrund steht weniger die Vermittlung von Wissen, sondern der lebendige und unbefangene Austausch. 

Übergangsrituale im Islam: In der islamischen Tradition tritt das Individuum ab einem bestimmten Alter in die religiöse Mündigkeit ein und hat sich ab dann zu verantworten für die eigene religiöse Praxis als auch für die zwischenmenschlichen Beziehungen – ein neuer Lebensabschnitt also. Thematisiert wird mit diesem Lebensabschnitt der Mündigkeit, das Ritual der Beschneidung und das Erlernen des Korans, die ebenso neue Abschnitte einleiten und oft an gewisse Zeremonien gebunden sind. Dies gilt es theologisch wie kulturell näher zu betrachten.

Visionssuche als Teil der Konfi-Arbeit: Nach dem gemeinsamen Start in der nahen Kirche geht es über den Bach für eine mehrstündige Solozeit in den nächtlichen Wald. Zurück in der Kirche teilt jeder seine Geschichte mit der Gruppe, der Leiter würdigt sie dazu mit einem kurzen Spiegel. Wir sehen exemplarisch, wie ein Ritual aus der Visionssuchearbeit mit biblischen Texten des Übergangs und Aufbruchs verknüpft und zu einem integralen Bestandteil der Konfirmandenarbeit vor Ort wird.

Nacht des Feuers als Teil der Firmvorbereitung „Die Nacht des Feuers“ setzt Impulse, um mit kraftvollen Ritualen, Mutproben, Segnungen und Gesprächen Jungen durch ihre Paten auf dem Weg zum Mann-Sein zu begleiten und zu stärken. Der Zusammenhang zwischen Firmung und Initiation soll theoretisch beleuchtet und manche der o.g. Rituale auch selbst erprobt werden.

Die Veranstaltung beginnt am Freitag, den 15.01.2021, um 11 Uhr und endet am Samstag, den 16.01.2021, um 13 Uhr.

Den detaillierten Ablaufplan finden Sie in Kürze hier.

Leitung

Dr. Emilia Handke (Nordkirche), Leen Fritz (ELKS), Jeremias Treu (EKBO), Steffen Weusten (EKM)

Referent*in

Kontakt

Amt für kirchliche Dienste (AKD)
Goethestraße 26–30 | 10625 Berlin

Diana Schuster, Sekretariat Konfirmandenarbeit
Telefon +49 30 3191-302
d.schuster@akd-ekbo.de

Anmeldung

Segen2go? – Veränderungen der Ritualkultur als Herausforderung für die kirchliche PraxisFr 15.01.2021 – Sa 16.01.202102.11.2020






Ich nehme am Mittag am Samstag teil:

Ich möchte vegetarisch essen:

Ich möchte vegan essen:

Glutenfreie Ernährung notwendig:


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Kategorien

Themen

Jugendfeier, Jugendweihe, Konfirmation, Segensfeiern