Leben ist für mich da, wo sich etwas in mir entzündet und ich merke:
Ich bin nicht nur am Funktionieren.
Und natürlich in den kleinen Momenten – im ersten Kaffee am Morgen, in einem Gespräch mit dem vierjährigen Sohnemann, in einem ersten entdeckten Frühlingsblümchen.
Arlett
Leben ist überall auf dieser Welt. Diese, unsere Welt ist ein belebter Planet. Leben, das sind nicht nur wir Menschen, sondern auch die Tiere und Pflanzen. Selbst scheinbar Unbelebtes wie Steine verändern sich mit der Zeit, leben also doch in gewisser Weise.
Leben ist da, wo sich Dinge verändern, wo Wachstum ist.
Leben bei uns Menschen ist da, wo Liebe ist,
aber auch wo Hass ist, wo Gutes und Schlechtes aufeinanderprallen und ausgehalten werden müssen.
Und wenn diese Gegensätze nicht ausgehalten werden wollen, dann müssen wir für Veränderung sorgen.
Veränderung und Wachstum, innerlich wie äußerlich.
Leben ist überall da, wo wir füreinander sorgen, wundervolle Momente erleben (und das buchstäblich: voller Wunder), wo wir erkennen, dass wir gemeinsam stärker sind, Schwachen auf die Beine helfen, Leidenden einen Teil ihrer Bürde abnehmen und so in unserem täglichen Leben einen Hauch des Geistes der Auferstehung spürbar machen können.
Sonja
Wenn Menschen sich versprechen, dass der Abschied nur vorübergehend ist.
Dorothea, Hospizbegleiterin, 62
Wenn Menschen auf der Straße und im Bierzelt unsere Demokratie verteidigen.
Jule, 23, Studentin Politikwissenschaft
Ich habe zwei Heimaten – die eine ist hier in Berlin. Da ist das Leben.
Die andere Heimat ist in Texas. Auch wenn hier das Leben ist, vermisse ich das texanische Leben oft, denn auch da ist das Leben.
Anna-Sofie, 38 Jahre, Diakonin
Auf Reisen, wenn der Alltag plötzlich wegfällt.
Juliane
Draußen – beim Wandern, Klettern, Schwimmen, im Garten und im Wald
Kordula, Gemeindepädagogin
Der erste Schrei eines Babys
Inge, Hebamme
Kinderlachen, Schmetterlinge, Lachfalten, Kaffee
Judith, 41
So lange ich lebe, lebe ich. Es ist anstrengend angesichts der politischen Entwicklung in Deutschland und weltweit. G’tt hilft mir immer wieder auf die Beine. Das ist gut, ich kann diese Kraft aber nicht lange halten. Mir geht es besser, wenn ich jemandem helfen kann, z.B. einem geflüchteten Menschen.
Britta, 73
Da, wo die größte Menge meiner Lieben gleichzeitig ist
Gesine, 50
Im Moment. Also wenn ich wirklich nur das mache, was ich gerade mache. Und nicht tausend andere Sachen nebenbei.
Tom, 22, Mechaniker
Wenn ich aufwache und Lust auf den Tag hab.
Bea, 44, Geschäftsführerin
Für mich ist Leben im Austausch und in der Gemeinschaft mit anderen,
in der Natur, in der Kultur…
Gabi
Seit ich nicht mehr den unerfüllbaren Erwartungen meiner Eltern gerecht werden möchte, lebe ich auf.
Kira, 55
Leben spüre ich in besonderer Weise, wenn wir am Wochenende mit unseren erwachsenen Kindern beim Frühstück sitzen und es ein buntes Themen-Hopping durch alle unsere kleinen und großen Lebensbereiche gibt 🙂
Eli, 56
Wenn ich mich davon befreie, nachzudenken, was andere von mir denken oder von mir erwarten
Luna, 35, Verwaltungsfachangestellte
In jedem Menschen, der Liebe im Herz hat und anderen Respekt bringt.
Danke Gott für das Leben.
Bei der Familie
Wenn ich das wüsste. Gerade finde ich es selten.
Ich lebe, wenn ich Gutes tun kann. Wenn Mensch, Tier und Natur miteinander und füreinander einstehen! Wenn ich denen ohne Stimme (Tiere, Natur, Kinder, alte Menschen) eine Stimme geben kann
Wenn Menschen zuhören, wenn ich hinschaue und zuhöre
Chris, 70 Jahre
In der Lernzone!
Caro, 42 Jahre
Hier und Jetzt
Mit Dir, Gott, in Mir.
Maike Schöfer
In gemeinsamer Wut
Sabrina
Wo Menschen einander zuhören und miteinander lernen
Wo ich mich mit meinen Stärken und Schwächen verletzlich zeigen kann und angenommen werde
Wenn ich mich gemeinsam mit anderen einsetze für ein gutes Leben für alle, spüre ich, wie das Leben blüht
Marion, 61 Jahre
Im Wald, inmitten der Bäume
Clara, 56
Wenn ich mit meiner Mutter bin
In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Lena, 34, Landesjugendpfarrerin
Im Dönerladen
In Musik! Im Singen und Tanzen
Andrea
Wenn ich mit meinen Enkeln spiele und ganz einfache Dinge neu entdecke
Angele
Leben ist da, wo ich lebe. Auf der Erde halt. Ich lebe, solange G’tt mich leben lässt. Es fällt mir schwer, zu leben.
Wenn ich jemandem beistehen kann, lebe ich auf. Auch, wenn G’tt mich wieder auf die Füße stellt. Aber das hält nicht lang. Immer öfter denke ich an das ewige Leben. Aber sterben will ich eigentlich auch noch nicht.
Wo der Stein zerbricht
Das Leben ist für mich da, wo der lebendige Jesus angebetet wird
Mohammed, 21, Erzieher, ehemaliger Flüchtling, syrisch
In der Ökumene
Katholischer Deutscher Frauenbund Berlin
Auf einer Demo, bei allem Neuen – und: am Wasser
Sarah, Theologin
Überall wo man sterben kann