Wie viel ist genug für alle Menschen? Was ist gerecht? Und warum werden Kinder oft nicht gefragt, wenn es um ihre Zukunft geht?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler aus Berliner Schulen und Freiwillige aus Sambia im Projekt „Genug für alle – Die Konferenz der Kinder“. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Reli fürs Klima, Brot für die Welt und der Drehbühne Berlin. Begleitet wurde es unter anderem im Unterricht durch die Fächer Religion, Deutsch und Gesellschaftswissenschaften.
In Workshops setzten sich die Kinder mit Themen auseinander, die sie bewegen: Klimawandel, Frieden, Armut, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Verantwortung. Sie diskutierten miteinander, entwickelten eigene Ideen und überlegten, wie Menschen heute und in Zukunft gut zusammenleben können.
Aus ihren Gedanken entstand ein Theaterstück, das die Kinder gemeinsam mit der Drehbühne Berlin entwickelten und auf die Bühne brachten. Dabei lernten sie nicht nur, Texte zu gestalten und darzustellen, sondern auch zuzuhören, unterschiedliche Meinungen auszuhalten und ihre eigenen Standpunkte zu vertreten.
Der Höhepunkt des Projekts war die Aufführung in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. Vor zahlreichen Gästen präsentierten die Schüler*innen ihre Ideen für eine gerechtere Welt. Mit Mut, Kreativität und großer Ernsthaftigkeit machten sie deutlich, dass Kinder wichtige Perspektiven einbringen können und gehört werden sollten.
Besonders eindrucksvoll war, dass die Kinder ihre Forderungen nicht nur auf der Bühne formulierten. Sie luden die Erwachsenen auch dazu ein, diese direkt vor Ort zu unterzeichnen. Viele Gäste folgten diesem Aufruf – einer von vielen Gänsehautmomenten des Abends.
Beeindruckend war zu erleben, wie viele Kinder während des Projekts über sich hinauswuchsen. Sie gewannen Selbstvertrauen, übernahmen Verantwortung und erfuhren, dass ihre Gedanken Wirkung entfalten können. Die Gespräche über die Themen des Projekts gingen weit über die Workshops hinaus – in die Klassenräume, auf den Schulhof und in die Familien.
Das Projekt hat eindrucksvoll gezeigt: Demokratie lebt davon, dass Menschen ihre Meinung äußern dürfen – und dass andere bereit sind zuzuhören.
Nursel Yağbasan-Kuballa (GeWi), Sybille Fischer (Deutsch), Lekanka Gaiser (Religion) – Grundschule am Ritterfeld
Weiterer Beitrag vom Heinrich-Schliemann-Gymnasium: HSG-News Nr. 13 – 2025:26
