Religiöse Bildung begleitet Kinder, Jugendliche und Erwachsene dabei, Fragen nach Gott, Sinn und Werten zu erkunden, religiöse Traditionen kennenzulernen und eigene religiöse Deutungen und Ausdrucksformen zu entwickeln. Sie eröffnet Räume, in denen Menschen Erfahrungen von Glauben, Zweifel und Hoffnung zur Sprache bringen und ihre eigene Position reflektieren können.[1]
Kinder und Jugendliche haben große Fragen: „Wo komme ich her?“ „Was ist gut und was ist böse?“ „Wie sieht Gott aus?“ „Was passiert nach dem Tod?“ „Was ist der Sinn des Lebens?“ Religiöse Bildung bedeutet nicht, Kinder und Jugendliche von oben herab zu belehren, sondern gemeinsam mit ihnen auf die Suche nach Antworten zu gehen. Das kann in ganz unterschiedlichen Formaten passieren: im Kindergottesdienst, in der „Kirche kunterbunt“, der Christenlehre, beim Kindercamp, in der Konfirmand_innenarbeit, auf Freizeiten, bei der Jungen Gemeinde und dem Landesjugendcamp; aber auch am Abendbrotstisch geschieht religiöse Bildung.
Wir legen Wert darauf, Kinder und Jugendliche als Gegenüber mit ihren eigenen Ideen und Theologien ernst zu nehmen. Deshalb stärken wir Erwachsene – sowohl kirchliche Mitarbeitende als auch Familienmitglieder – Gespräche über Glauben und Religion mit Kindern und Jugendlichen zu wagen. Hinein ins Abenteuer, „Theologisieren“ macht Spaß!
Unser Glauben ist geprägt von kleinen und großen Ritualen: ein Tischgebet vorm Essen, die Kerzen am Adventskranz anzünden, Weihnachtslieder singen, die Nacht am Osterfeuer verbringen, im Herbst für die Ernte danken, beim Martinsumzug mitlaufen, eine Kerze für Verstorbene anzünden … Religiöse Bildung lässt Kinder und Jugendliche Rituale entdecken, verstehen und auch ihre eigenen Rituale entwickeln.
[1] Vgl. EKD (Hrsg.) (2020): Religiöse Bildung angesichts von Konfessionslosigkeit. Aufgaben und Chancen; URL: https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/konfessionslosigkeit_2020.pdf [07.05.2026]
Kontakt
Lena Müller, Pfarrerin für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Konfirmand:innen
l.mueller@akd-ekbo.de
