Grundlegend und handlungsleitend für die Entwicklung unserer spirituellen Angebote ist die Einsicht, dass die Krisen unserer Zeit und unserer Kirche neben den ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen nicht zuletzt auch in einer spirituellen Orientierungslosigkeit wurzeln.
Neben anderen Mystiker:innen hat auch Dorothee Sölle verdeutlicht, dass in der jüdisch-christlichen Tradition (und im Übrigen auch in den asiatischen Religionen und im Islam) »Mystik und Widerstand« zwei Seiten derselben Medaille sind (Dorothee Sölle: Mystik und Widerstand. Du stilles Geschrei. Hamburg 1997). Spirituelle Wege basieren auf dieser Zusammengehörigkeit von persönlicher Gottesbeziehung und verantwortlicher Einbindung im Netzwerk alles Lebendigen.

Es ist uns ein Anliegen, in unseren spirituellen Angeboten Raum zu schaffen für die Begegnung mit Gott, mit uns selbst, und mit unserer »Schwester Mutter Erde« (wie Franz von Assisi sie nennt).
Dabei setzen wir buchstäblich »auf Zeit« und öffnen Räume, in denen für unsere Teilnehmenden ein innerer Prozess in Gang kommen kann: sei es in berufsbiografischer Arbeit beim »Inselkolleg«, in persönlichen Fragen während des Pilgerns, in Gebet und Meditation während einer stillen Woche »Einfach Leben« im Haus Grüntal oder auch zu Exerzitien im Kloster. Wir öffnen (Frei-)Räume, die für viele Teilnehmende beim Betreten zu »heiligen Zeiten« werden, in denen sie durchatmen und sich wieder neu auf das Wesentliche ausrichten können.
In unseren kürzeren oder längeren Fortbildungsangeboten »Alles, was atmet!« – Meditationsleiterausbildung, »Ökologische Spiritualität« oder der »Qualifikation zur Begleitung von Pilgergruppen« möchten wir unsere Teilnehmenden dazu anleiten, Andere in diese spirituellen Freiräume einzuführen und darin zu begleiten.
Die »Geistliche Begleitung« bleibt darin ein wesentliches Standbein unserer Arbeit.
Andrea Richter und Alexander Brodt-Zabka

Dieser Artikel ist Teil des AKD-Arbeitsberichts 2023/2024.
Fotos: Monika Köppen
