Share this emailCopy the public link or share it on your favorite channel.
AKD_b2021_Frauenarbeit-2022

Gemeinsamer Adventsbrief 2021
Frauen in der EKBO und Frauenarbeit im AKD

Passwort: GlaubeLiebeHoffnung

„Das Passwort ist GlaubeLiebeHoffnung – es könnte auch LiebeGlaubeHoffnung sein, leider hat jemand meinen Zettel entsorgt.“ So schreibt mir der Kommunikationstechniker, der endlich das WLAN in der Kirche eingerichtet hat. Ich schaue auf den Bildschirm und muss unwillkürlich schmunzeln: Darüber, dass unsere Kirche nun an ein weiteres weltweites Netz angeschlossen ist; dann, weil ich inzwischen genau weiß, wer von unseren Lieben den Zettel entsorgt hat; und schließlich, weil unser Technikengel ausgerechnet diese Trias als Passwort gewählt hat.
Doch etwas irritiert mich. Ich gehe ans Bücherregal, ziehe das dicke Buch der Bücher aus dem Regal und lese im 1. Korintherbrief den Vers, den ich in- und auswendig kenne und doch immer wieder nachlesen muss. Und tatsächlich – weder die eine noch die andere Passwortvariante stimmt mit der biblischen Reihenfolge überein. Dabei kommt sie mir doch irgendwie vertraut vor. Richtig, Evangelisches Gesangbuch, Kategorie „Glaube – Liebe – Hoffnung“. Hoffnung also auch hier am Ende. Dass der Techniker ins Gesangbuch geschaut hat – unwahrscheinlich. Dass die Herausgeber des Gesangbuchs die Trias durcheinandergebracht haben – abwegig. Vielleicht ist ein Symptom unserer Zeit, die Hoffnung als das letzte, als das entscheidende Wort zu sehen.
Kurzer Exkurs zu Wörterkunde: Hoffnung, die, Substantiv, feminin (!). Der Zustand von Vertrauen, Zuversicht, Optimismus und positiver Erwartung in die Zukunft; oder eine Person, in die große Erwartungen gesetzt werden. Das deutsche Wort kommt wohl aus dem Mittelhochdeutschen und meint „Gehüpfe“ oder „Gezappel“. Und ja, wenn etwas kaum zu erwarten ist (zum Beispiel, dass das WLAN läuft) oder ein bestimmter Zeitpunkt immer näher rückt, da gibt es so ein innerliches Gezappel. Ein guter Zustand für die Seele. Hoffnung gibt Energie zu handeln, lässt ruhiger werden, steigert die Abwehrkräfte und macht kreativ. Eine Sammlung mit Texten zum Lebensmittel Hoffnung halten Sie in Ihren Händen, wenn Sie die Weihnachtsgabe der Evangelischen Frauen erhalten haben.
Ich danke dem Kommunikationstechniker für das, was er unwissentlich ausgelöst hat. Ich danke Paulus, dass er als Mann die Liebe zum Größten erklärt. Ich bitte euch, liebe Schwestern, dass wir uns weiterhin und immer wieder in Hoffnung üben. Blicken wir nüchtern in die Welt, finden wir sattsam Gründe zum Verzagen. Und doch und trotzdem und wiederum hoffen wir, dass wir etwas ändern können, dass noch Zeit ist, dass es gelingen kann. Zum Schönsten, was wir einander schenken können, gehört die Hoffnung, dass wir uns selbst und den Lauf der Dinge bessern können.
Pfarrerin Carolin Marie Göpfert, Vorstand Frauen in der EKBO
AKD_Slider_Frauenversammlung2020

Bitte vormerken: Frauenversammlung in der EKBO 2022
am Samstag, 19. Februar 2022, 10-15 Uhr
voraussichtlich im Gemeindezentrum Mahlow
und Möglichkeit der Onlineteilnahme

AKD_Newsletter_2020-2_Frauenversammlung
Die Evangelische Frauenversammlung im Februar 2021 war eine intensive Online-Arbeitssitzung:
Der Vorstand hat Positionierungen eingebracht, unterstützt von Expertinnen wurden sie im Plenum und in thematischen Arbeitsgruppen diskutiert und mit Änderungen auf unserer Webseite veröffentlicht sowie kirchlichen Leitungsgremien zugesandt.
Die Kirchenleitung hat sich in mehreren Sitzungen mit den Forderungen nach geschlechtergerecht besetzten Gremien und Quotierungen für Leitungsämter befasst.
Gesetzentwürfe wurden vorbereitet, die nun aber erst in eine der nächsten Tagungen der Landessynode eingebracht werden.
Zum Thema sexueller Selbstbestimmung hat der Vorstand die Zusammenarbeit mit dem gleichnamigen Bündnis aufgenommen. Eine intensivere Auseinandersetzung mit der Forderung nach Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruches bereiten wir vor.
Die Themen religiöse Selbstbestimmung und Positionierungen gegenüber Rechtspopulismus begleiten uns in unserer Arbeit in vielen frauenpolitischen Netzwerken.
Ein Meilenstein der Arbeit des aktuellen Vorstandes war die Vorbereitung der im Sommer verabschiedeten neuen Rechtsverordnung für die Arbeit mit Frauen in der EKBO. Auf ihrer Grundlage kann die nächste Frauenversammlung einen neuen Vorstand wählen.
Zum Vorstand gehören Dagmar Althausen, Carolin-Marie Göpfert, Andrea Paetel, Christine Rabe, Marlies Siegert.
Anlässlich des Weltgebetstages (WGT) aus Vanuatu, der am Beispiel des kleinen Inselstaates das Thema Klimagerechtigkeit ins Blickfeld rückte, verabschiedete die Frauenversammlung auch einen Aufruf an alle Kirchengemeinden in der EKBO mit der Bitte, konkrete Schritte zum Klimaschutz anzugehen.
Die Vorbereitungen zum WGT am 5. März waren geprägt von der Sorge, was sein wird, wenn pandemiebedingt keine Gottesdienste in gewohnter Form gefeiert werden können.
Es zeigte sich jedoch, dass die veränderte Situation sehr viel Kreativität freisetzte. Sowohl in der EKBO als auch bundesweit entstanden viele neue Ideen von „Gottesdienst to go“ über Stationen-Gottesdienste im Freien bis zu kleinen Gebetstreffen rund um die Uhr. Die Höhe der Kollekte und Spenden übertraf alle Erwartungen. Das zeigt, dass das Engagement für die weltweite Bewegung weit über die Feier des Gottesdienstes hinausgeht. Es bleibt zu hoffen, dass die vielen guten Ideen auch weiterhin die Vorbereitung und Gestaltung der Gottesdienste bereichern.
AKD_q2021_WGT2022
Der WGT 2022 wurde von Frauen aus England, Wales und Nordirland vorbereitet.
Inspiriert von der Zusage Gottes an die Exilierten in Babylon (Jerermias 29, 10-14) steht er unter dem Motto:
„Zukunftsplan Hoffnung“.
Das ist angesichts der Weltlage Verheißung und Herausforderung zugleich. Der biblische Text und Beispiele von Frauen, die Armut, sexuelle Gewalt und soziale Isolation aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung erfahren und teilweise überwunden haben, machen Mut, für eine inklusive und vielfältige Gesellschaft einzutreten.
Der vorgeschlagene Bibeltext für den diesjährigen Frauen*Sonntag „In den Tagen Jaels“ aus dem Buch der Richter*innen hatte die Arbeitsgruppe für den Werkstatt-Tag zum Mirjamsonntag vor eine große Herausforderung gestellt. Wie gehen wir mit Beschreibungen verschiedener Formen von Gewalt in der Bibel um? Ist es gut und sinnvoll, sie in der Feier eines Gottesdienstes zu bedenken? Nach intensiven Gesprächen und der Suche nach verschiedenen Zugangsformen gelang die Herausgabe von Zusatzmaterialien in Ergänzung der Arbeitshilfe der EFiD, für die wir viele positive Rückmeldungen erhalten haben. Auch der Werkstatt-Tag, der zum zweiten Mal als Online-Format stattfand, ermutigte die Frauen, sich des schwierigen Themas anzunehmen und einen Gottesdienst zu gestalten. Bis in die Friedensdekade im November wurden in vielen Gemeinden Mirjamgottesdienste gefeiert. Angeregt durch die Auseinandersetzung mit gewaltbeschreibenden Texten in der Bibel fand vor der Sommerpause noch eine gut besuchte theologische Kurzzeitfortbildung mit Prof. Dr. Klara Butting statt.
Ein ähnliches Format werden wir am 24. Januar 2022 wieder anbieten. Unter dem Titel: „Nicht Vorstufe, nicht Schatten und nicht Kontrastfolie: Das Erste Testament aus christlicher Perspektive“ wird Dr. Margit Herfarth uns für die Gefahr antijudaistischer Tendenzen sensibilisieren, wenn das Evangelium gegen das Alte Testament stark gemacht wird.
Cover Snipping
Mit dem Thema des Evangelischen Frauen*sonntags / Mirjamsonntags 2022 „spuren des wandels“ werden wir die mit dem Weltgebetstag begonnene Inspiration durch prophetische Texte fortsetzen können. Ausgehend von den prophetischen Verheißungen und den bildreichen Schilderungen »der großen Verwandlung«, wie sie Jesaja 35, 1-10 verkündet, fragen wir nach Wandlungs- und
Transformationsprozessen, in die wir heute verwoben sind.
Mit Klimawandel oder digitaler Transformation sind nur zwei aktuelle, global wirksame Wandlungsprozesse benannt und in den Horizont unseres Denkens und Handelns gestellt. So können auch mit dem Mirjamgottesdienst Initiativen aufgegriffen werden, die schon durch die Klima-Thematik des diesjährigen Weltgebetstages Beachtung fanden.
Unsere Aufmerksamkeit gilt aber auch den zarten Spuren und leisen Tönen, mit denen persönliche Veränderungen einhergehen.
Unter anderem gibt es die Anregung zu einem Pilgergottesdienst und viele Materialien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Arbeitsheft und zum Download.
21021
Nach dem großen Erfolg des ersten Online-Frauenmahls Ende 2020 haben wir in diesem Jahr gleich zweimal eingeladen und je über 100 Frauen aus der ganzen Republik und aus Österreich haben nach Impulsreden in Kleingruppen diskutiert. Im März unter der Fragestellung: „Gleichberechtigung in der Krise: „Frauen, Feminismus und die Lehren der Corona-Pandemie“, im November zum Thema: „Antifeminismus und die extreme Rechte – Zehn Jahre nach der Selbstenttarnung des NSU“.
Dass es im Frühjahr 2022 einen weiteren Abend geben wird, ist mit unseren interreligiösen Kooperationspartnerinnen vom Aktionsbündnis muslimischer Frauen, dem Forum jüdischer Frauen aus Europa Bet Debora und der Evangelischen Akademie zu Berlin schon verabredet.
Kirche unverschämt vielfältig überarbeitet
Mit vier öffentlichen Online-Abendvorträgen haben wir neueste Forschungsansätze geschlechterbewusster Theologien vorgestellt und einer größeren Öffentlichkeit Anteil an dem gegeben, was die Teilnehmer*innen unseres Fernkurses sich an Wochenendseminaren, in Studiengruppen und im Selbststudium vertieft erarbeiteten.
Ein ganz anderes Format, geschlechterbewusste Theologie einmal in der Praxis umzusetzen, haben wir in der Passionszeit mit dem Social-Media-Projekt Losungen geschlechtergerecht erprobt. Sieben Wochen lang hat ein Team der EKBO die täglich ausgelosten Bibelverse so
übersetzt und mit kurzen Gedanken ergänzt, dass
Menschen- und Gottesbilder jenseits starrer
Zweigeschlechtlichkeit erkennbar waren. Dafür haben wir viel Anerkennung, manche vertiefte Debatte und auch
Protest erfahren. Jetzt im Herbst und Winter setzen wir die Befassung mit diesen Themen durch die Online-Reihe „Kirche unverschämt vielfältig“ fort.
Wenn Sie diesen Brief in Händen halten, ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen mit unserem Ökumenischen Gottesdienst, der in diesem Jahr den geistlichen Missbrauch und sexualisierte Gewalt in den Kirchen zum Thema hat – und zu dem Erzbischof Koch und Bischof Stäblein ihre Teilnahme zugesagt haben, vorbei. Aber an manchen der Gebäuden der 19 beteiligten Einrichtungen der EKBO und vieler weiterer öffentlicher Einrichtungen hängen vielleicht noch die Fahnen der UN-Women-Kampagne „Nein zu Gewalt an Frauen“. Wir werden dies in unserem Blog und auf Social Media dokumentieren und im nächsten Jahr werden Sie Gelegenheit haben, Fahnen zu bestellen, wenn Sie es in diesem Jahr verpasst haben.

Wir freuen uns darauf, Ihnen im nächsten Jahr auf vielfältige Weise zu begegnen und wünschen Ihnen eine Adventszeit voller Zuversicht, ein Weihnachtsfest voller Kreativität und ein neues Jahr voller Hoffnung.

Ihre

Magdalena Möbius, Elke Kirchner-Goetze, Prof.in Dr.in Ulrike Auga,
Susanne Cordier-Krämer, Katja Gabler

AKD:
website facebook instagram