Empfehlungen für die Arbeit mit Kindern, Konfirmand*innenarbeit und Jugendarbeit in der EKBO zum Umgang mit steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie

Wir sind mitten in der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Nahezu täglich lesen wir von neuen Höchstständen bei der Zahl von Neuinfektionen. Trotz der besorgniserregenden Lage können wir mit Mut und Zuversicht unsere Arbeit gestalten. Dabei helfen uns die Erfahrungen der ersten Jahreshälfte.

Die Mitarbeiter*innen der Arbeit mit Kindern, der Konfirmand*innenarbeit und der Jugendarbeit in der EKBO bleiben auch in schwierigen Zeiten verlässliche Ansprechpartner*innen für Kinder, Jugendliche und deren Familien sowie für ehrenamtlich Tätige. Der besonderen Verantwortung, dass unsere Angebote das Infektionsgeschehen nicht beschleunigen dürfen, sondern dass wir zur Unterbrechung beitragen wollen, sind sich die Akteure – wir alle – bewusst.

Die gesetzlichen Bestimmungen des Bundes bzw. der Bundesländer lassen eine Vielzahl von Angebotsformaten zu. Dennoch gilt noch immer: Nicht alles was erlaubt ist, ist auch sinnvoll.

Es bewegt uns die Frage: Wie können unsere Angebote sicher gestaltet werden? Wir empfehlen:

Grundsätzlich

  • Angebote finden wieder vorwiegend digital statt. Auch kreative oder „sinnliche“ Angebote, die in der „analogen Welt“ kontaktarm stattfinden können, oder die keiner oder kaum einer Gleichzeitigkeit von Menschen an einem Ort erfordern, werden ausdrücklich empfohlen.
  • Wir sind weiter gefordert, bereits in der ersten Jahreshälfte bewährte sowie neue Formate in unserer Arbeit zu etablieren. Dies geschieht mit einer hohen Eigenverantwortung und in enger Abstimmung mit den jeweiligen Leitungsgremien und Entscheidungsträger*innen und unter Berücksichtigung der Erfahrungen der ersten Jahreshälfte 2020.
  • Wir haben weiterhin die aktuellen Bestimmungen der Bundesländer, Landkreise und Bezirke im Blick. Trotzdem müssen die zuständigen Mitarbeitenden täglich die Zahlen und Vorgaben bei jeweiligen kommunalen Behörden überprüfen.
  • Darüber hinaus stellen wir uns immer wieder die Frage, welche Formate sinnvoll sind, auch unabhängig von Neuinfektionsraten von 35 oder 50 Menschen pro 100.000 Einwohner*innen in einem Landkreis oder Bezirk.

Regelmäßige Gruppenangebote

Aktualisierung für den Zeitraum 2.–30.11.2020:  Für diesen Zeitraum empfehlen wir, die Wirkungen des „Lockdown Light“ zu unterstützen, in dem wir auf Gruppenangebote vor Ort verzichten – auch wenn die Bestimmungen der Bundesländer dies teilweise zulassen. Wir zeigen damit einen solidarischen und verantwortungsvollen Umgang mit der derzeitigen Corona-Situation und drücken dies den Kindern, Jugendlichen und Familien gegenüber aus, in dem wir in dieser Zeit auf anderem Weg für sie da sind.

  • Regelmäßige Gruppenangebote gehören an vielen Stellen zu unserem Kerngeschäft und verschaffen in unruhigen Zeiten eine gewisse Sicherheit.
  • Gruppen sind klein und in ihrer Zusammensetzung konstant zu halten.
  • Es ist zu prüfen, ob diese digital stattfinden können.
  • Ebenfalls kann überlegt werden, ob kleinere Bezugsgruppen (3–4 Teilnehmende) physisch gebildet werden können, und mehrerer dieser kleinen Gruppen sind dann digital gleichzeitig miteinander verbunden.
  • Angebote mit physischer Präsenz sollten vorwiegend im Freien oder in ausreichend großen Räumen mit guten Möglichkeiten der Durchlüftung geplant werden.
  • Es ist zu prüfen, ob CO2-Messgeräte verwendet werden sollten. So kann die Luftqualität objektiver eingeschätzt werden.
  • Der uns mittlerweile vertraute Standard (Hygienekonzept, Teilnehmendenlisten, Desinfektion usw.) ist weiter einzuhalten.

Reisen, Fahrten, Rüstzeiten

Aktualisierung für den Zeitraum 2.–30.11.2020: Für diesen Zeitraum empfehlen wir, auf Fahrten zu verzichten.

  • Unsere Arbeit lebt von den Erfahrungen auf Reisen, Fahrten und Rüstzeiten. Erlebnisse in der Gruppe, soziales Miteinander und Begleitung von jungen Menschen geschehen dort besonders intensiv und nachhaltig.
  • Dem gegenüber steht der allgemeine Aufruf (auch des RKI) Kontakte zu verringern. Daher empfehlen wir aktuell, Reisen, Fahrten und Rüstzeiten nicht stattfinden zu lassen und dafür auf kurzweilige, wenn möglich digitale oder hybride Angebote in der Region zu setzen.
  • Für den Fall, dass eine Entscheidung aus guten Gründen unter Berücksichtigung der Begebenheiten zugunsten einer Maßnahme mit Übernachtung ausfällt, empfehlen wir sehr, die Gruppengrößen kleinzuhalten sowie nur Einzel- bzw. bei ausreichender Größe und Lüftungsmöglichkeit Doppelzimmer zu belegen. Zudem empfehlen wir vorzugsweise offizielle Jugendbildungsstätten zu nutzen. Diese arbeiten mit einem speziell auf ihre Einrichtung abgestimmtes Hygienekonzept und stehen für deren Umsetzung ein. Zudem sind sie als besondere Orte der Kinder- und Jugendbildung bei den Ministerien besonders im Blick und es wird durch diese im Gespräch mit den Jugendbildungsstätten kontinuierlich nachgesteuert.

Digitale Angebote

  • Digitale Angebote fordern uns heraus, machen viel Neues möglich und: Sie sorgen für weniger physische Kontakte und damit für ein geringeres Infektionsgeschehen.
  • Digitale Angebote können zum einen mit einer großen Reichweite viele Menschen miteinander verbinden und zum anderen in kleinen, konstanten und regelmäßigen Gruppen für Gemeinschaft, Austausch und intensiven Kontakt sorgen.
  • Beide Formen, die digitale Projektarbeit und die regelmäßige digitale Arbeit mit Gruppen, werden weiterentwickelt und zu einem selbstverständlichen Teil unserer Arbeit.

Wir wissen aus Erfahrung, dass unterschiedlichen Bedingungen stetiges Ausprobieren und unterschiedliche Ansätze erfordern. Die Begegnung mit Kindern und Jugendlichen verändert sich und daran sollten wir anknüpfen. Wenn Sie sich dazu austauschen wollen, andere Fragen und Bedarfe haben oder sich Beratung wünschen, stehen Ihnen die Studienleitenden im Arbeitsbereich Arbeit mit Kindern, Konfirmand*innenarbeit und Jugendarbeit gern zur Verfügung:

Frank Feuerschütz, Studienleiter für Jugendarbeit, Schwerpunkt Beratung und Begleitung in den Kirchenkreisen
+49 30 3191 141|+49 151 2058 7836|f.feuerschuetz@akd-ekbo.de

Michael Frenzel, Studienleiter für sozialdiakonische Jugendarbeit
+49 30 3191 181|+49 151 2102 7744|m.frenzel@akd-ekbo.de

Jeremias Treu, Studienleiter für Konfirmandenarbeit
+49 30 3191 276|+49 151 2107 8676|j.treu@akd-ekbo.de

Silke Hansen, Studienleiterin für Jugendarbeit
+49 30 3191 132|+49 151 2102 7916|s.hansen@akd-ekbo.de

Heinrich Oehme, Studienleiter für Jugendverbandsarbeit sowie Kinder- und Jugendpolitik
+49 30 3191 191|+49 151 6284 2954|h.oehme@akd-ekbo.de