Hinweise und Empfehlungen für die Arbeit mit Kindern, Konfi-Arbeit und Jugendarbeit in der EKBO zum Umgang mit der Corona-Pandemie

Aktualisiert am 25. Juni 2021

Sommer genießen, Freiräume schaffen in der Corona-Pandemie – Wir wollen Kindern- und Jugendlichen ihr Recht auf Begegnung und persönlichen Austausch ermöglichen! Natürlich VERANTWORTUNGSVOLL

Die Corona-Pandemie beschäftigt uns nun schon seit einem Jahr. Das ist eine echte Herausforderung für Kindern und Jugendliche. So ist es umso wichtiger, dass Mitarbeiter*innen der Arbeit mit Kindern, der Konfi-Arbeit und der Jugendarbeit in der EKBO auch in diesen schwierigen Zeiten verlässliche Ansprechpartner*innen für Kinder, Jugendliche und deren Familien sowie für ehrenamtlich Tätige bleiben. Studien, die die hohe psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen beschreiben, machen deutlich, dass es mehr denn je unsere Angebote und Kontaktmöglichkeiten braucht. Trotz des Rückgangs der Inzidenzwerte haben wir eine besonderen Verantwortung, dass unsere Angebote das Infektionsgeschehen nicht beschleunigen dürfen, sondern dass wir zur Unterbrechung beitragen wollen, sind sich die Akteure – wir alle – bewusst.

Wir glauben allerdings auch: Es braucht dringend wieder flächendeckend Präsenzangebote für Kinder und Jugendliche. Die kontinuierliche Form der Beziehungspflege, das Treffen am anderen Ort, die Begegnung mit Gleichaltrigen, soziales Lernen, Ausprobieren, Rumspinnen. Das wird gebraucht und es wird immer möglicher.

Die gesetzlichen Bestimmungen des Bundes bzw. der Bundesländer lassen nun unterschiedliche Angebotsformaten zu. Dennoch gilt noch immer: Nicht alles, was erlaubt ist, ist auch sinnvoll.

Es bewegt uns die Frage: Wie können unsere Angebote sicher gestaltet werden? Wir empfehlen:

Grundsätzlich

  • Grundsätzlich stellen wir uns immer wieder die Frage, welche Formate sinnvoll sind, auch unabhängig von Neuinfektionsraten von 20, 50, 100, 165 oder mehr Menschen pro 100.000 Einwohner*innen in einem Landkreis oder Bezirk.
  • Angebote können in kleinen und konstanten Gruppen stattfinden. Sinnvoll ist es, diese im Freien durchzuführen. Weiterhin bleiben die digitalen Angebote wichtig, besonders dort, wo Angebote in Präsenz nicht sicher zu gestalten sind. Auch kreative oder „sinnliche“ Angebote, die in der „analogen Welt“ kontaktarm stattfinden können, oder die keiner oder kaum einer Gleichzeitigkeit von Menschen an einem Ort erfordern, werden ausdrücklich empfohlen. 
  • Wir sind weiter gefordert, die nun bewährten, oft digitalen oder kontaktarmen Formate als selbstverständlichen Teil unserer Arbeit zu etablieren, um eine kontinuierliche Begleitung von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen.
  • Wir wählen die Formate unserer Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie für die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen mit einer hohen Eigenverantwortung und in enger Abstimmung mit den jeweiligen Leitungsgremien und Entscheidungsträger*innen und unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus 2020 aus.
  • Wir haben weiterhin die aktuellen Bestimmungen der Bundesländer, Landkreise und Bezirke im Blick. Trotzdem müssen die zuständigen Mitarbeitenden täglich die Zahlen und Vorgaben bei jeweiligen kommunalen Behörden überprüfen.
  • Für Veranstaltungen kann die Corona-App genutzt werden. Eine Anleitung dazu finden sie hier: CoronaApp
    Einen Komplettmitschnitt der Veranstaltung Corona-App vs. Luca-App vom 11.06.2021 finden sie im Podcast „What about Jugendarbeit“  

Regelmäßige Gruppenangebote

Für Brandenburg gilt:

  • Ein- und mehrtägige Präsenzangebote (Gruppenstunden, Seminare, Feriencamps …)  sind ohne Alterbeschränkung möglich.
  • Angebote der Jugendarbeit dürfen auch im Rahmen begleiteter Außenaktivitäten ohne Begrenzung der Teilnehmer*innenzahl und Haushalte durchgeführt werden.
  • Im Rahmen von Angeboten der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit gibt es kein Mindestabstandsgebot und keine Maskenpflicht.

Weitere Infos finden sie auf der Seite des Landesjugendring Brandenburg

Für Berlin gilt:

  • Es ist möglich, Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen in Innenräumen bzw. 1000 Personen im Freien durchzuführen (§11(2)). Das gilt bspw. auch für Seminare, Gruppenstunden, Gremiensitzungen oder Juleica-Schulungen der Jugendverbände. Abweichungen bezüglich der Personenzahl in Innenräumen sind unter bestimmten Bedingungen möglich (siehe §11(4)).
  • Es ist möglich, „pädagogisch begleitete Außenaktivitäten von Angeboten der Jugendhilfe“ im öffentlichen Raum ohne Begrenzung der Personenzahl durchzuführen (§9(6)). Das gilt bspw. für Gruppenangebote auf öffentlichen Plätzen, in Parks, Forsten u.ä.

Weitere Infos finden sie auf der Seite des Landesjugendring Berlin

Für Sachsen gilt:

für die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe nach §11-14 SGB VIII sind die Regeln bis zum 30.06.2021 nicht verändert worden. Wir die Regelungen in einem Plakat (PDF) visualisiert und eine Übersicht zum allgemeinen Verständnis der Verordnung (PDF) erstellt.

Lauf KLJR Sachsen Folgendes gilt für unserer Arbeit unter den Vorschriften des Infektionsschutzes:

Abstandsregelung
Der Abstand zwischen den Personen von 1,5 m soll nach Möglichkeit auch bei festen wiederkehrenden Gruppen eingehalten werden (Pkt. 2 Abs. 17 b, Hygieneauflagen).

Mund-Nasen-Bedeckung
Es besteht eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in geschlossenen Räumen (§5 Abs 3 CoronaSchVO). Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung besteht auch, wenn sich Menschen im öffentlichen Raum unter freiem Himmel begegnen, ohne dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird (§5 Abs. 1 CoronaSchVo).

Kontaktnachverfolgung
Personenbezogene Daten zur Nachverfolgung von Infektionen (Name, Tel.Nr./E-Mail-Adresse und Postleitzahl der Besucher*in, Besuchszeitraum) geschützt vor Dritten erfassen und bis vier Wochen nach Ende des Besuchs vorhalten (§6 Abs 6, 7 CoronaSchVO).

Kontaktbeschränkungen
Beschränkung der Personenzahl / allgemeine Kontaktbeschränkungen gelten für die Jugendverbandsarbeit nicht; der Träger selbst muss eine Obergrenze angepasst an die konkreten Gegebenheiten und den Mindestabstand festlegen (Punkt 2 Abs. 17 b, Hygieneauflagen).

Weitere Infos finden Sie auf der Seite des Landes- Kinder und Jugendring Sachsen

  • Regelmäßige Gruppenangebote gehören an vielen Stellen zu unserem Kerngeschäft und verschaffen in unruhigen Zeiten eine gewisse Sicherheit.
  • Gruppen sind klein und in ihrer Zusammensetzung konstant zu halten.
  • Es ist zu prüfen, ob diese digital oder hybrid stattfinden können.
  • Angebote mit physischer Präsenz sollten vorwiegend im Freien oder in ausreichend großen Räumen mit guten Möglichkeiten der Durchlüftung geplant werden.
  • Es ist zu prüfen, ob CO2-Messgeräte verwendet werden sollten. So kann die Luftqualität objektiver eingeschätzt werden.
  • Der uns mittlerweile vertraute Standard (Hygienekonzept, Teilnehmendenlisten, Desinfektion usw.) ist weiter einzuhalten.
  • Die Möglichkeiten der Schnell- und Selbsttests integrieren wir in unsere Konzepte für die Gruppenangebote. Zudem sollten sich Mitarbeiter*innen regelmäßig testen.

Reisen, Fahrten, Rüstzeiten

Arbeitshilfe für die Erstellung von Infoschreiben zum Vereisen Evangelische Jugend

In Brandenburg gilt:

Maßnahmen in Beherbergung von Kindern und Jugendlichen:

  • Präsenz-Angebote zum Zwecke der Bildung in Jugendbildungsstätten anderen Gruppenunterkünften können ohne Begrenzung der Teilnehmer*innenzahl stattfinden. Es ist das jeweilige Hygienekonzept der Bildungsstätte zu beachten.
  • Für die Beherbergungseinrichtungen wie z. B. Jugendherbergen oder Kinderund Jugenderholungseinrichtungen gilt nach § 13 Ziffer 3 SARS-CoV-2-Umgangsverordnung das Abstandsgebot und die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in gemeinschaftlich genutzten Räumen.

In Berlin gilt:

Übernachtungen in Jugendbildungsstätten und anderen Gruppenunterkünften sind erlaubt, Voraussetzung ist ein entsprechendes Hygienerahmenkonzept der Betreiber_innen nach Vorgaben der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Die Bewirtung von beherbergten Personen ist zulässig, ohne dass diese negativ getestet sind (§19(2)). Die Anwesenheit der Gäste ist vom Beherbergungsbetrieb zu dokumentieren (§19(3)). Bezüglich der Abstandsregelungen bei der Bewirtung gilt §18.

In Sachsen gilt:

Zusätzliche Auflagen der Angebote der Kinder- und Jugenderholung

  • Teilnehmer*innen müssen einen tagesaktuellen Test zu Beginn des Aufenthalts vorweisen. Unterschreitet die Sieben-Tage-Inzidenz den Schwellenwert von 35 an 7 Tagen in Folge entfällt die Testpflicht (§ 22a CoronaSchVO).

  • Harmonisierung des eigenen Hygienekonzepts mit dem der Beherbergungsstätte (Punkt 2 Abs. 17 c Hygieneauflagen)

  • Die Maßnahmen sind nach Möglichkeit in festen Gruppen durchzuführen. Kontakte zu anderen Gruppen oder Einzelpersonen sind zu vermeiden (Punkt 2 Abs. 17 c Hygieneauflagen).

  • Der Mindestabstand nach der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung ist, wo immer möglich, einzuhalten (Punkt 2 Abs. 17 c Hygieneauflagen).

  • Belegung von Schlafräumen ist nur unter Einhaltung der gültigen Kontaktbeschränkungen nach §4 CoronaSchVo zulässig (Punkt 2 Abs. 3 a Hygieneauflagen).

  • Unsere Arbeit lebt von den Erfahrungen auf Reisen, Fahrten und Rüstzeiten. Erlebnisse in der Gruppe, soziales Miteinander und Begleitung von jungen Menschen geschehen dort besonders intensiv und nachhaltig.
  • Dem gegenüber steht noch immer der allgemeine Aufruf (auch des RKI), Kontakte zu verringern. Daher empfehlen wir aktuell, Reisen, Fahrten und Rüstzeiten nicht stattfinden zu lassen und dafür auf kurzweilige, wenn möglich digitale oder hybride Angebote in der Region zu setzen. Auch mehrtägige Tagesveranstaltungen können eine Alternative sein. Für die Sommerferien empfehlen wir, Outdoor-Aktivitäten ohne Übernachtungen und Outdoor-Reisen in Kleinstgruppen oder unterteilt in Kleinstgruppen zu planen. Kinder und Jugendliche werden unsere Angebote brauchen!
  • Für den Fall, dass eine Entscheidung aus guten Gründen unter Berücksichtigung der Begebenheiten zugunsten einer Maßnahme mit Übernachtung ausfällt, empfehlen wir sehr, die Gruppengrößen klein zuhalten sowie nur Einzel- bzw. bei ausreichender Größe und Lüftungsmöglichkeit Doppelzimmer zu belegen. Zudem empfehlen wir vorzugsweise offizielle Jugendbildungsstätten zu nutzen. Diese arbeiten mit einem speziell auf ihre Einrichtung abgestimmtes Hygienekonzept und stehen für deren Umsetzung ein. Zudem sind sie als besondere Orte der Kinder- und Jugendbildung bei den Ministerien besonders im Blick und es wird durch diese im Gespräch mit den Jugendbildungsstätten kontinuierlich nachgesteuert.
  • Für Sachsen gilt: Für die Abrechenbarkeit von Stornokosten gelten nach wie vor die Anwendungshinweise des Staatsministeriums für Finanzen aus dem Jahr 2020. Dies betrifft z.B. Buchungen von Seminarhäusern und anschließenden Schließungen von Angeboten und Einrichtungen durch die CoronaSchVO, wie im vergangenen Frühjahr und zum Jahresende.

Impfen und Testen

Testen

Grundsätzlich gilt, dass geimpfte und genesene Personen hinsichtlich bereits bestehender Ausnahmen von Schutzmaßnahmen mit Personen gleichgestellt werden, die negativ auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 getestet sind. Daher entfällt für geimpfte und genesene Personen ein negatives Testergebnis als Zugangsvoraussetzung.

In Berlin:

Bei Veranstaltungen in Innenräumen besteht ab 20 Personen Testpflicht, im Freien gilt ab 250 Personen generell Testpflicht (§11). Wie ein negatives Testergebnis nachgewiesen werden muss, ist in §6 geregelt und in diesem FAQ unter „Testen“ erläutert. Von der Testpflicht befreit sind Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr (§6(3)) sowie Geimpfte und Genesene entsprechend §8.

In Brandenburg:

Für die Angebote der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, für die Jugendbildungsstätten und für die Beherbergungseinrichtungen entfällt gemäß § 5 Abs. 3 SARSCoV-2-Umgangsverordnung die Vorlage eines Testnachweises, wenn in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt die Sieben-Tage-Inzidenz für fünf Tage ununterbrochen unter 20 liegt. Die Testpflicht gilt erst wieder bei einem Überschreiten der Inzidenz von 20 nach den Regelungen der Umgangsverordnung. Davon unabhängig gilt sie natürlich nicht für Genesene und vollständig geimpfte Personen.

In Sachsen:

Für Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen gibt es keine Testpflicht für Teilnehmende. Testpflicht für Beschäftigte zweimal wöchentlich mit Schnell- oder Selbsttest (§9 Abs. 3 CoronaSchVO). Empfehlung des KJRS: Dokumentation von 4 Wochen (angelehnt an §9 Abs. 1 CoronaSchVO)

Impfen

Laut Corona-Impfverordnung des Bundes sind Personen, die in Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe tätig sind, mit hoher Priorität impfberechtigt. Auch wenn die Priorisierung grundsätzlich abgehoben ist sollte der Arbeitgeber eine Bescheinigung ausstellen.

In Brandenburg können freie Impftermine  bei impfenden Hausarztpraxen (Impfpraxen), online über www.impfterminservice.de oder unter der Hotline 116 117 gebucht werden. Die Impfberechtigung ist über entsprechende Formulare nachzuweisen, die online auf  hier zur Verfügung gestellt werden. https://www.coronavirus.sachsen.de/impfen-in-sachsen-9339.html 

In Sachsen Tätige können derzeit in den Impfzentren Impftermine vereinbaren. Informationen rund ums Thema findet Ihr hier: https://www.coronavirus.sachsen.de/impfen-in-sachsen-9339.html

In Berlin wurde die Impf-Priorisierung ganz aufgehoben und alle ab 18 Jahren können sich in Arztpraxen Impfen lassen.


Wir wissen aus Erfahrung, dass unterschiedlichen Bedingungen stetiges Ausprobieren und unterschiedliche Ansätze erfordern. Die Begegnung mit Kindern und Jugendlichen verändert sich und daran sollten wir anknüpfen. Wenn Sie sich dazu austauschen wollen, andere Fragen und Bedarfe haben oder sich Beratung wünschen, stehen Ihnen die Studienleitenden im Arbeitsbereich Arbeit mit Kindern, Konfirmand*innenarbeit und Jugendarbeit gern zur Verfügung:

Julia Daser, landeskirchliche Pfarrerin für die Arbeit mit Kindern und Jugendarbeit
+49 30 3191 171|+49 151 2059 5457|j.daser@akd-ekbo.de

Frank Feuerschütz, Studienleiter für Jugendarbeit, Schwerpunkt Beratung und Begleitung in den Kirchenkreisen
+49 30 3191 141|+49 151 2058 7836|f.feuerschuetz@akd-ekbo.de

Michael Frenzel, Studienleiter für sozialdiakonische Jugendarbeit
+49 30 3191 181|+49 151 2102 7744|m.frenzel@akd-ekbo.de

Jeremias Treu, Studienleiter für Konfi-Arbeit und Männerarbeit
+49 30 3191 276|+49 151 2107 8676|j.treu@akd-ekbo.de

Silke Hansen, Studienleiterin für Jugendarbeit, Schwerpunkte Jugendpolitik Brandenburg und Prävention zum Schutz vor sexualisierter Gewalt
+49 30 3191 132|+49 151 2102 7916|s.hansen@akd-ekbo.de

Heinrich Oehme, Studienleiter für Jugendverbandsarbeit sowie Kinder- und Jugendpolitik
+49 30 3191 191|+49 151 6284 2954|h.oehme@akd-ekbo.de