Klinische Seelsorgeausbildung (KSA)

Klinische Seelsorgeausbildung ist ein erfahrungsbezogenes Lernmodell, das die gesamte pastorale Existenz in den Blick nimmt. Sie ist offen für Menschen unterschiedlicher theologischer, seelsorglicher und geistlicher Prägung.

Die Klinische Seelsorgeausbildung (KSA) ist in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA entstanden und ist dort seither fester Bestandteil der Ausbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern. 1972 wurde in der Bundesrepublik Deutschland die Deutsche Gesellschaft für Pastoralpsychologie (DGfP) gegründet. Eine ihrer fünf Sektionen ist die KSA. In der Deutschen Demokratischen Republik entstand parallel dazu die Arbeitsgemeinschaft für Seelsorge und Beratung (AGSuB). Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten fanden die unterschiedlichen Erfahrungen Eingang in die neuen Standards der KSA.
»Klinisch« bedeutet dabei in Anlehnung an den amerikanischen Sprachgebrauch (clinical) »praxisbezogen«, »fallorientiert«.

Die Seelsorgeausbildung erfolgt erfahrungs- und praxisbezogen:

  • als Lernen mit und an der eigenen Person
  • als Lernen in einer kontinuierlichen Gruppe
  • unter kontinuierlicher Leitung
  • kontextbezogen
  • theologisch verantwortet
  • biblisch orientiert
  • in Auseinandersetzung mit gegenwärtiger humanwissenschaftlicher Theorie

Klinische Seelsorgeausbildung bietet Raum zur intensiven Reflexion der eigenen Person und Praxis, und Möglichkeiten zur Entwicklung der eigenen Identität in theologischer, psychologischer und spiritueller Hinsicht.

Arbeitsweisen:

  • Praxisfeld
  • Arbeit mit Gesprächsprotokollen
  • Selbsterfahrung in der Gruppe
  • Predigtbesprechungen
  • Morgenimpulse
  • Theorieeinheiten
  • Kreative Elemente (Rollenspiele, Selbsterfahrung mit künstlerischen Elementen)
  • Pastoralpsychologische Einzelsupervision
  • Schriftliche Praxisreflexion
  • Lektüre