Schul­ko­ope­ra­ti­ve Arbeit

Reli­gi­ons­phi­lo­so­phi­sche Schul­pro­jekt­wo­chen:

Über Gott, die Welt und das Leben nach­den­ken.“

Kul­tu­rel­le und reli­giö­se Viel­falt sowie die Not­wen­dig­keit, sich in der Gesell­schaft und im eige­nen Leben zu ori­en­tie­ren, prä­gen die Lebens­wirk­lich­keit vie­ler Jugend­li­cher.

Ange­sichts die­ser Her­aus­for­de­run­gen leis­ten die Reli­gi­ons­phi­lo­so­phi­schen Schul­pro­jekt­wo­chen (RPSPW) einen Bei­trag zur ethisch-reli­giö­sen Bil­dung. Wäh­rend einer Woche wird der regu­lä­re Schul­all­tag aus­ge­setzt und die Teil­neh­men­den sind ein­ge­la­den, sich inten­siv und kri­tisch mit den Welt­re­li­gio­nen sowie mit phi­lo­so­phi­schen und ethi­schen Fra­ge­stel­lun­gen aus­ein­an­der zu set­zen.

Für vie­le Jugend­li­che ist dies eine sel­te­ne und wich­ti­ge Gele­gen­heit, in geschütz­tem Rah­men und päd­ago­gisch beglei­te über exis­ten­ti­el­le Fra­gen zu spre­chen und ihre eige­nen Deu­tungs­mus­ter und Lebens­per­spek­ti­ven zu reflek­tie­ren.

Zie­le der Reli­gi­ons­phi­lo­so­phi­schen Schul­pro­jekt­wo­chen:

  • Die RPSPW ver­mit­teln reli­gi­ons­kund­li­ches Grund­wis­sen als Bestand­teil einer fun­dier­ten All­ge­mein­bil­dung.
  • Sie för­dern das Ver­ständ­nis für frem­de Über­zeu­gun­gen und Kul­tu­ren durch inter­kul­tu­rel­le und inter­re­li­giö­se Bil­dung.
  • In der unmit­tel­ba­ren Begeg­nung kön­nen Vor­ur­tei­le gegen­über Religion(en) sowie deren Ver­tre­te­rIn­nen hin­ter­fragt und abge­baut wer­den.
  • Sie leis­ten einen Bei­trag gegen Frem­den­feind­lich­keit, Anti­se­mi­tis­mus und Rechts­ex­tre­mis­mus.
  • Sie sen­si­bi­li­sie­ren für exis­ten­zi­el­le, phi­lo­so­phi­sche und reli­giö­se Pro­blem­stel­lun­gen.
  • Sie tra­gen zur Per­sön­lich­keits­bil­dung der Schü­le­rIn­nen bei. Fra­gen nach den je eige­nen Erfah­run­gen und Stand­punk­ten der Teil­neh­men­den wer­den geweckt, bedacht und bespro­chen.

Inhal­te der Reli­gi­ons­phi­lo­so­phi­schen Schul­pro­jekt­wo­chen:

  • Ver­tre­te­rIn­nen von Juden­tum, Chris­ten­tum, Islam, Bud­dhis­mus und Hin­du­is­mus stel­len ihre Reli­gio­nen und rele­van­te Ein­zel­as­pek­te der­sel­ben vor.
  • Reli­giö­se Gegen­warts­phä­no­me­ne wie etwa Sek­ten oder Okkul­tis­mus wer­den behan­delt.
  • Es kom­men reli­gi­ons­im­ma­nen­te und phi­lo­so­phi­sche Fra­gen mit per­sön­lich­keits­bil­den­dem und lebens­welt­ori­en­tier­tem Cha­rak­ter zur Spra­che. Zum Bei­spiel: „War­um glau­ben Men­schen über­haupt?“, „Leben ler­nen mit der Sterb­lich­keit“, „Was ist Glück?“, „Gewalt im Namen Got­tes!?“, „Glau­be und Wis­sen­schaft“, „Was ist Lie­be?“, etc.

Ele­men­te der Reli­gi­ons­phi­lo­so­phi­schen Schul­pro­jekt­wo­che

  • Refe­ren­tIn­nen gestal­ten Vor­trä­ge und Work­shops zu den Welt­re­li­gio­nen und Wahl­the­men.
  • Exkur­sio­nen zu den ver­schie­de­nen Orten reli­giö­sen Lebens machen das bis­her Gehör­te anschau­lich und die­nen sei­ner Ver­tie­fung.
  • Ein beson­ders wich­ti­ges und prä­gen­des Ele­ment der RPSPW sind die soge­nann­ten Basis­grup­pen. In fes­ten Klein­grup­pen von ca. 10 Schü­le­rIn­nen wer­den die behan­del­ten The­men reflek­tiert und in einem ver­trau­li­chen, geschütz­ten Rah­men dis­ku­tiert. Mit­ar­bei­ten­de der kirch­li­chen Jugend­ar­beit und Stu­die­ren­de gestal­ten die Basis­grup­pen mit Metho­den der außer­schu­li­schen Jugend­ar­beit.

Päd­ago­gi­sches Selbst­ver­ständ­nis der Reli­gi­ons­phi­lo­so­phi­schen Schul­pro­jekt­wo­che

Die RPSPW ist fol­gen­den reform­päd­ago­gi­schen Prin­zi­pi­en ver­pflich­tet:

  • Prin­zip der Schü­le­rIn­nen-Ori­en­tie­rung: Der Bezug zur Lebens­welt der Jugend­li­chen wird her­ge­stellt.
  • Dia­lo­gi­sches Prin­zip: Der Aus­tausch zwi­schen Leh­ren­den und Ler­nen­den ist part­ner­schaft­lich und ergeb­nis­of­fen.
  • Eman­zi­pa­to­ri­sches Prin­zip: Die Mün­dig­keit der Schü­le­rIn­nen wird vor­aus­ge­setzt und geför­dert. Es gibt kei­ne Lern­kon­trol­len.
  • Par­ti­zi­pa­to­ri­sches Prin­zip: An der Pla­nung und Gestal­tung der RPSPW betei­li­gen sich aktiv  Schü­le­rIn­nen, Leh­re­rIn­nen und kirch­li­cher Mit­ar­bei­te­rIn­nen.
  • Prin­zip der Tole­ranz: Der Respekt vor ande­ren Reli­gio­nen, Welt­an­schau­un­gen und Men­schen ande­rer Kul­tu­ren ist kon­sti­tu­tiv.

Ansprü­che an die Mit­wir­ken­den:

Wir arbei­ten mit kom­pe­ten­ten Refe­ren­tIn­nen aus den jewei­li­gen Glau­bens­ge­mein­schaf­ten sowie aus unter­schied­li­chen Fach­ge­bie­ten wie z.B. Reli­gi­ons­wis­sen­schaft und Phi­lo­so­phie zusam­men. Von ihnen erwar­ten wir:

  • Authen­ti­zi­tät: Die Refe­ren­tIn­nen, ins­be­son­de­re die­je­ni­gen, die die Welt­re­li­gio­nen vor­stel­len, machen den eige­nen Glau­ben und die eige­ne Posi­ti­on zur Reli­gi­on sicht­bar.
  • Kom­pe­tenz: Die Mit­wir­ken­den ver­fü­gen über fach­li­che und päd­ago­gi­sche Kom­pe­ten­zen.
  • Libe­ra­li­tät: Das Ver­hält­nis zur eige­nen Religion/Weltanschauung wird kri­tisch reflek­tiert.
  • Tole­ranz: Die RPSPW ist ein Raum der frei­en Mei­nungs­äu­ße­rung. Die Mit­wir­ken­den respek­tie­ren die Reli­gi­ons­mün­dig­keit der Schü­le­rIn­nen. Die RPSPW ist kei­ne mis­sio­na­ri­sche Ver­an­stal­tung.

Rah­men­be­din­gun­gen einer RPSPW?

  • Die RPSPW fin­det nach Beschluss der Schul­lei­tung und der Schul­kon­fe­renz statt.
  • Eine gesam­te Klas­sen­stu­fe (in der Regel Sekun­dar­stu­fe II) nimmt an dem Ange­bot teil.
  • Sie wird von min­des­tens einer Lehr­kraft der Schu­le in der Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung beglei­tet.
  • Die fach­li­che Lei­tung und Koor­di­na­ti­on erfolgt durch das Amt für kirch­li­che Diens­te.
  • Die Kos­ten einer Pro­jekt­wo­che (ca. 1500–2500 €) wer­den durch Eigen­leis­tun­gen der Schu­le bzw. der Schü­le­rIn­nen (ca. 8-10 € pro Teil­neh­me­rIn), sowie durch Kol­lek­ten und öffent­li­che För­der­mit­tel gedeckt.

Bit­te neh­men Sie Kon­takt mit mir auf, wenn Sie Fra­gen zu dem Pro­jekt haben, mit­wir­ken möch­ten oder an einer Durch­füh­rung an Ihrer Schu­le / in Ihrem Kir­chen­kreis inter­es­siert sind!


Ansprech­part­ne­rin­nen
Chris­ti­na Wüs­te­feld, Stu­di­en­lei­te­rin für Schul­be­zo­ge­ne Arbeit (Eltern­zeit­ver­tre­tung für Anne Muir­head)
Ali­ne Chil­le, Pro­jekt­mit­ar­bei­te­rin für Schul­be­zo­ge­ne Arbeit / Reli­gi­ons­phi­lo­so­phi­sche Schul­pro­jekt­wo­chen
Anne Muir­head, Stu­di­en­lei­te­rin und Pro­jekt­ko­or­di­na­to­rin (in Eltern­zeit)

Tele­fon 030 3191-112
Fax 030 3191-100
E-Mail schulwochen@akd-ekbo.de