Schulseelsorge

Qualifizierung Schulseelsorge

Schulseelsorge ist neben dem Religionsunterricht eine relativ neue Art der Präsenz von Kirche in der Schule. Wie an anderen öffentlichen Orten wie Gefängnis, Krankenhaus etc. wird auch die Seelsorge in der Schule als „Praxis des Evangeliums“ gesehen, die unabhängig von Konfessionalität oder Religionszugehörigkeit jedem Mitglied einer Schulgemeinschaft zuteilwerden kann. Sie bietet Rat und Hilfe sowie religiös-ethische und liturgisch-spirituelle Begleitung im sinnstiftenden Horizont christlichen Glaubens an und wird so zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Staat und Kirche. Schulseelsorge versteht sich im System Schule als eine Form psychosozialer Beratung, der es um die Selbstbildung der Schüler*innen und um die Lösung ihrer Lebensprobleme geht. Schulseelsorge kann sich in vielfältigen Formen der Praxis zeigen: in Tür-und Angelgesprächen, Seelsorgegesprächen im eigentlichen Sinne sowie organisierten Angeboten religiös-spiritueller Praxis. Abgesehen davon, dass jeder Religionsunterricht seelsorgliche Dimensionen enthält, arbeiten Schulseelsorger*innen in den Kriseninterventionsteams der Schulen mit und beteiligen sich an der Gestaltung des Schullebens mit z.B. der Einrichtung eines Raumes der Stille, Meditationsangeboten, Unterstützung der Schülervertretung und Schülercafés.

Ausgebildete Schulseelsorger*innen sind in der Regel Religionslehrkräfte, die an einer halbjährigen Fortbildung im Amt für kirchliche Dienste teilgenommen haben. Dabei haben sie die eigene Lebensgeschichte im Hinblick auf Umgang mit Krisen und Konflikten reflektiert, sich mit theologischen und anthropologischen Grundlagen der Seelsorge auseinandergesetzt sowie mit dem Umgang mit Tod und Trauer, der Ausrichtung eines Gedenkgottesdienstes und anderen Ritualen des Gedenkens. Sie haben sich außerdem mit entwicklungspsychologischen Grundlagen sowie den wichtigsten psychiatrischen Störungsbildern im Kindes- und Jugendalter beschäftigt und sind handlungsfähig in Krisen und Großschadensereignissen.

Jede/r Teilnehmer*in des Qualifikationskurses hat die Aufgabe, an seiner/ihrer Schule ein seelsorgliches Projekt zu konzipieren, schriftlich auszuarbeiten und dann auch durchzuführen.

Es gibt derzeit (2015) 45 ausgebildete Schulseelsorger*innen in unserer Landeskirche. Sie werden auch nach der Qualifikation durch das AKD weiter betreut durch Schulseelsorgekonvente mit ausgewählten Fortbildungsthemen und Referent*innen.

Ansprechpartnerin
Angela Berger, Studienleiterin für Religionspädagogik
Telefon 030 / 3191-277
E-Mail a.berger@akd-ekbo.de

Sekretariat und Seminarverwaltung
Petra Ippen
Amt für kirchliche Dienste
Goethestraße 26-30
10625 Berlin
Telefon 030 / 31 91 – 278
Fax 030 / 31 91 – 200
E-Mail p.ippen@akd-ekbo.de, religionspaedagogik@akd-ekbo.de