Neues von der “Weißen Rose”

Datum: 06.11.2015

Von den Geschwistern Scholl scheint alles bekannt zu sein. Als mutige Widerstandskämpfer verteilten Hans und Sophie Flugblätter gegen Hitler und wurden vom NS-Regime ermordet. Das Bild der „Weissen Rose“ ist von dem gleichnamigen Buch geprägt, das Inge Scholl (verh. Aicher) 1952 erstmals publizierte. Nach Darstellung der Ältesten der fünf Schollkinder geschah die Abwendung ihres Bruders vom Nationalsozialismus wie die Bekehrung des Saulus zum Paulus und der anschließende gemeinsame Weg mit seiner Schwester Sophie führte beide geradlinig zur „Weissen Rose“. Gegen diese selektive Geschichtsglättung gab es bereits früh Widerspruch aus dem Münchner Freundeskreis und spätestens seit den Veröffentlichungen von Sönke Zankel (2008), Barbara Beuys (2010) und Christine Hikel (2012) ist klar, dass Aicher-Scholl die Geschichte ihrer Geschwister nicht als Historikerin, sondern als Hagiographin schrieb. So verschwieg sie die langanhaltende Nazibegeisterung beider und die Hauptanklagepunkte gegen ihren Bruder 1938. Da sie aber das kompromittierende Material archivierte, gibt es außerordentliches Neues zu berichten. Das gilt vornehmlich für Hans Scholl, den führenden Kopf des Münchner Widerstands, der ungleich mehr zum Freiheitskampf beitrug als alle anderen Dissidenten.

Der Hamburger Pastor Robert M. Zoske hat vor Kurzem über Hans Scholl promoviert. In seinem Buch „Sehnsucht nach dem Lichte – zur religiösen Entwicklung von Hans Scholl“ zeigt er, dass der christliche Glaube für Scholl nicht primär Trost und in keiner Weise Vertröstung, sondern die entscheidende Kraft seines widerständigen Freiheitskampfes war. Gerade in seinem Getriebensein und seinen Gotteszweifeln, seiner bedingungslosen Rigorosität und christlich-politischen Zielstrebigkeit ist er ein Vorbild, oder, wie es sein Vater sah, „eine Leuchte […] für viele“. Zoske wird die neuen Erkenntnisse referieren und Unterrichtsmaterial zum Thema „Hans Scholl als Vorbild“ vorstellen.

Leitung: Dr. Jens Kramer

ReferentInnen: Dr. Robert Zoske

Zielgruppe: RU Sek I, RU Sek II

Termin: Freitag, 06.11.2015, 09:00 – 16:00 Uhr

Veranstaltungsort: Amt für kirchliche Dienste, Goethestr. 26-30, 10625 Berlin

Kontakt und Anmeldung:
Amt für kirchliche Dienste
Religionspädagogik
Goethestr. 26-30
10625 Berlin
Telefon 030 / 31 91 – 278
Fax 030 / 31 9 1 – 200
E-Mail religionspaedagogik@akd-ekbo.de

Anmeldung bis zum 25.10.2015

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