Grundannahmen

Vielfalt ist eine Grundbedingung menschlichen Lebens und Zusammenlebens.
Auch Kirchengemeinden, Kirchenkreise und kirchliche Institutionen sind in ihrer personellen Besetzung vielfältig. Darüber hinaus sind sie in dichte und oft komplexe kirchliche und gesellschaftliche Strukturen eingebunden.

Im Idealfall ist diese Vielfalt belebend und produktiv.
Der Austausch zwischen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Kenntnissen, Fähigkeiten, Bedürfnissen und Lebensentwürfen erweitert die Horizonte aller. Gemeinsame Aufgaben können durch die Kombination unterschiedlicher Stärken und Schwächen besser (wenn auch nicht schneller) gelöst werden.

Wenn Vielfalt entweder gar nicht oder als Bedrohung wahrgenommen wird, kommt es zu Diskriminierung.
Menschen, die irgendwie anders sind als die Mehrheit, werden benachteiligt, sei es systematisch auf der Basis von gruppenspezifischen Merkmale wie Alter, Herkunft, Rasse, Klasse, Geschlecht, sexueller Orientierung, körperlichen und geistigen Behinderungen, oder individuell, auf der Basis persönlicher Besonderheiten.

Diskriminierung ist hartnäckig.
Ideologien der Ungleichwertigkeit haben eine lange Geschichte und sind oft fest in Institutionen verankert. Strukturen von Benachteiligung und Privilegierung wirken im Verborgenen, können aber auch bewusst mobilisiert werden, zum Beispiel wenn Ressourcen neu verteilt werden müssen. Selbst dann, wenn diskriminierende Strukturen und Denkmuster zwecks kritischer Reflektion offengelegt werden, wirken sie weiter. Dem müssen sich sowohl Empowerment-Ansätze als auch Versuche, einengende Kategorien aufzubrechen und in neue, angemessenere zu überführen, stellen.

Bildung in Vielfalt soll kirchliche Multiplikator*innen darin unterstützen, Diskriminierung zu erkennen und in einen wertschätzenden, kreativen und für alle bereichernden Umgang zu überführen.
Hierfür werden sozialwissenschaftliche Analyse-Methoden mit Methoden aus der Erwachsenenbildung, Friedensarbeit, Konflikttransformation und Organisationsentwicklung kombiniert. Siehe „Strategien und Methoden“ für Details.

Kontakt
Dr. Katharina Schneider
Studienleiterin für Gender und Diversität
Telefon 030 3191 266
Email k.schneider@akd-ekbo.de