Junior.Bibel.Erzählen

Junior.Bibel.Erzählen ist ein Erzähl­pro­jekt für 10- bis 12-Jäh­ri­ge. In 12 Kurs­ein­hei­ten wer­den die Kids mit Hil­fe der theo­lo­gi­schen Arbeit zu acht bibli­schen Geschich­ten mit der Metho­dik des frei­en Erzäh­lens ver­traut gemacht.

Sie fin­den hier Infor­ma­tio­nen über das Junior.Bibel.Erzählen. Die Pro­jekt­do­ku­men­ta­ti­on sowie Pla­kat, Post­kar­te und Ein­la­dungs­fly­er für die Durch­füh­rung des Pro­jek­tes vor Ort ste­hen hier für Sie zum Down­load zur Ver­fü­gung:
JBE Pro­jekt­do­ku­men­ta­ti­on
JBE Pla­kat
JBE Ein­la­dungs­fly­er
JBE Post­kar­te
JBE AE 10 Spiel­feld
KK Neu­kölln Info zur Pro­jekt­durch­füh­rung

Auf Anfra­ge kön­nen Sie die Vor­la­ge für die Urkun­den zur Bestä­ti­gung der Erzähl­kom­pe­tenz der Kids sowie das Logo erhal­ten.

Das Arbeits­ma­te­ri­al für die Durch­füh­rung in der Pra­xis erscheint im Som­mer 2016 beim Ver­lag Jun­ge Gemein­de Stutt­gart.

Junior.Bibel.Erzählen – Das Erzähl­pro­jekt für 10- bis 12-Jäh­ri­ge

Der 11. Juli 2015 war ein Fest­tag. Der gro­ße Saal des Tagungs­hau­ses war erfüllt von Geläch­ter und Gesang, von Jubel und Applaus. Etwa 130 gro­ße und klei­ne Leu­te hat­ten sich aus Berlin-Rei­ni­cken­dorf, Bran­den­burg a. d. Havel, Fal­ken­see, Fürs­ten­wal­de, Königs Wus­ter­hau­sen, Rüders­dorf, Stahns­dorf und Wus­ter­hau­sen nach Berlin-Char­lot­ten­burg auf den Weg gemacht. Sie alle woll­ten dabei sein, wenn es hieß: Du bist Junior.Bibel.Erzähler! Du bist Junior.Bibel.Erzählerin! 38 Kids im Alter von 10 bis 12 Jah­ren erhiel­ten an die­sem Tag mit einer Urkun­de die Bestä­ti­gung für das, was ihnen durch das Pro­jekt des vor­an­ge­gan­ge­nen Halb­jah­res gelun­gen war:  Das freie münd­li­che Erzäh­len von bibli­schen Geschich­ten.

Junior.Bibel.Erzählen ist ein Pro­jekt, das in den Jah­ren 2014 bis 2015 von einem drei­zehn­köp­fi­gen Team von Pädagog/innen und Theolog/innen in der EKBO ent­wi­ckelt und erprobt wur­de. Junior.Bibel.Erzählen reiht sich ein in die lan­ge münd­li­che Erzähl­tra­di­ti­on. Es ist ein Kon­zept, das die 10- bis 12-Jäh­ri­gen als kom­pe­ten­te Bibeldeuter/innen ernst nimmt. Im Fokus der zwölf Kurs­ein­hei­ten ste­hen die Aus­ein­an­der­set­zung der Kids mit bibli­schen Geschich­ten und die För­de­rung ihrer Sprach- und Erzähl­kom­pe­tenz. Den Abschluss des Kur­ses bil­det die Prä­sen­ta­ti­on der eige­nen Erzäh­lung in der Öffent­lich­keit.

In Bran­den­burg a. d. Havel war die St. Gott­hardtkir­che der per­fek­te Ort für die Erzähl­prä­sen­ta­ti­on. Ein Stuhl, ein Tisch und eine Tru­he, das sind die ein­zi­gen Erzählu­ten­si­li­en im Altar­raum. Fünf­zig Men­schen haben auf den bereit­ge­stell­ten Stüh­len Platz genom­men. Die Glo­cken erklin­gen und dann betre­ten die vier jun­gen Erzäh­le­rin­nen die „Büh­ne“. Sie stel­len sich vor. Sie erläu­tern das Pro­gramm. Musik erklingt. Dann beginnt die ers­te Erzäh­lung und die Zuhörer/innen hal­ten den Atem an. Aus der Per­spek­ti­ve eines klei­nes Mäd­chens, das Augen­zeu­gin einer wun­der­sa­men Bege­ben­heit war, erzählt eine 11-Jäh­ri­ge die Geschich­te von der Ver­klä­rung Jesu. Sie erzählt, was die Bibel erzählt und sie erzählt es auf ihre eige­ne Wei­se.

Mit­ge­fühl, Ver­ant­wor­tungs­be­reit­schaft, Fan­ta­sie und so viel Lebens­weis­heit“ – mit die­sen kur­zen und beein­dru­cken­den Wor­ten beschreibt die Lei­te­rin des Juni­or­teams am Gym­na­si­um in Rüders­dorf die Arbeits­wei­se der Kids wäh­rend des Pro­jek­tes. Und sie bemerkt:  „Eher stil­le, als lau­te Kids, spran­gen über ihren Schat­ten und trau­ten  sich etwas zu. Schließ­lich waren da kom­pe­ten­te Zuhörer*innen, die genau sagen konn­ten, war­um die Erzäh­lung span­nend war oder was es noch zu ver­bes­sern gäbe. Sie wuch­sen stolz über sich hin­aus. Mit gro­ßem Respekt, mit Kri­tik und Aner­ken­nung begeg­ne­ten sie der Arbeit der ande­ren.“

Und wenn es nur Jun­gen in einer Grup­pe wären? In Stahns­dorf schien das zunächst eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung für das Pro­jekt zu sein. Durch die Ähn­lich­keit der Bedürf­nis­se über­wo­gen schließ­lich die Vor­tei­le. Spie­le und krea­ti­ve Ele­men­te des Kur­ses waren beson­ders beliebt.  Die beson­de­ren Momen­te – mit gro­ßer Offen­heit und tief­ge­hen­den Gedan­ken - waren die inten­si­ven Pha­sen des Theo­lo­gi­sie­rens. Alle Jun­gen woll­ten unbe­dingt erzäh­len. Mit Eifer waren sie dabei. Mit viel Fan­ta­sie erzähl­ten sie klei­ne Geschich­ten zu Bil­dern. Was könn­te die­se Per­son erlebt haben? Wie könn­te die Geschich­te wei­ter gehen? Die Jungs über­trumpf­ten sich gegen­sei­tig. In der End­pha­se dann, als es um das Ent­wi­ckeln der eige­nen Geschich­te ging, wur­de es schwer. Fra­gen, Mühe, Sor­gen, Lam­pen­fie­ber – all das gehör­te dazu. Die Eltern beglei­te­ten nicht nur auf­merk­sam das Pro­jekt, son­dern unter­stütz­ten zudem die ange­hen­den Erzäh­ler in jeder Hin­sicht. So gab es auch in Stahns­dorf stol­ze Erzäh­ler und Eltern und andäch­tig zuhö­ren­de Geschwis­ter.

Wissenschaftler/innen des Insti­tuts für Sozio­lo­gie der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Berlin haben die Pra­xis­pha­se des  Pro­jek­tes beglei­tet. In ihrem Abschluss­be­richt stel­len sie fest, dass die Ent­wick­lung der Kom­pe­ten­zen den mit­tel­ba­ren Zugang zu Gott und zum christ­li­chen Glau­ben beein­flusst.  Empa­thie wir durch die Erfah­rung in der Gemein­schaft gestärkt. Die Sprach­fä­hig­keit im eige­nen Glau­ben wird durch die Erzähl­kom­pe­tenz ent­wi­ckelt. Und schließ­lich die Bestä­ti­gung der Erkennt­nis, dass 10- bis 12-Jäh­ri­gen bereits hoch­kom­pe­ten­te Exper­ten ihrer eige­nen Wirk­lich­keit sind, denn sie haben ein aus­ge­spro­chen gutes Emp­fin­den dafür, wel­che ange­bo­te­nen Fähig­kei­ten sich für sie als rele­vant erwei­sen.  Sie neh­men sich, was sie brau­chen. Aus dem Junior.Bibel.Erzählen, sagen sie, haben sie sich viel genom­men.

Ent­wick­lung eines Pro­jek­tes und Erpro­bung eines Kon­zep­tes sind nur der Anfang. Der Samen ist gelegt. Nun wach­sen die Pflan­zen. In Berlin-Kreuz­berg und Berlin-Neu­kölln, in Fürs­ten­wal­de und in Ber­nau, in Pots­dam, in Bran­den­burg a. d. Havel und ande­ren Orten gibt es bereits wei­te­re Junior.Bibel.Erzähler/innen. Sie haben sich Tex­te erar­bei­tet, Figu­ren ken­nen­ge­lernt, inne­re Bil­der ent­wi­ckelt und nun erzäh­len sie. Sie erzäh­len und haben damit vor allen Din­gen viel für sich selbst gewon­nen. Sie erzäh­len und tei­len damit auch an ande­re aus: an die Gleich­alt­ri­gen in der Schu­le, an die Jün­ge­ren im Kin­der­got­tes­dienst oder an die Senio­ren der Gemein­de.

Die Junior.Bibel.Erzähler/innen kom­mu­ni­zie­ren das Evan­ge­li­um in ganz eige­ner Wei­se.
Was für ein Fest­tag.

Ansprech­part­ne­rin
Simo­ne Mer­kel, Stu­di­en­lei­te­rin für die Arbeit mit Kin­dern
Tele­fon 030 / 3191 - 145
Fax 030 / 3191 – 100
E-Mail s.merkel@akd-ekbo.de